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Der Marquis von Deuwille $tand mit den aus Oestreich gekommenen Franzö-sischen Truppen bei Budweis, als der Grofsherzpg bei Neuhaus, sechs Meilen davon,mit der Armee eintraf.
Nachdem jener den sosten aufgebrorben und über die -Moldau,zurück pegai genVar, brannte er seine Brücken ab, vereinigte sich den folgenden Tag mit den zai-rischen Truppen, unter dem Feldmarschall Toering, bei Protiwiua, und setzte daraufseinen'Marsch nach Körugssaal bei Prag fort.
Seit dem tyten marschirte der Grofsherzog über Tabor auf Prag los, und traf zuBeneschau an eben dem Tag — nämlich am atisten ein, an welchem Prag überging. Beiso bewandten Umständen mufste er sic]^ wieder zurückziehen, um sich nach den Bewe-gungen der Alliirten richten zu können, welche weit stärker waren als er im Fall siesich zu'aftimenzogen, Er legte also das Hauptquartier zu Neuha^s an, dehnte den rech-ten Flügel unter den Befehlen des Fürsten von LobKowitz bis nach Teutsdibrod aus»ünd besetzte mit dem linken Freistadt und Krumau; zu gleicher Zeit liefs er die Uferder Ober Moldau bis Tein beobachten, und besetzte auf der andern Seite der Moldaudurch vorwärts gerückte Corps, Wodnian, Pisek, Strakonitz, Protiwina u. s. w., in wel-cher Stellung er die Bewegungen der alliirten Armee abwarten wollte. In derselbenfand er nicht nur den nöthigen Unterhalt mit Bequemlichkeit, sondern behielt auchdie Hauptstrafse von Linz nach Prag in seiner Gewalt. Das Glück hatte bisher dieUnternehmungen des Kurfürsten über alle Erwartung begleitet. Den 23sten Novemberfing er x} e i a g erull g von p ra g an , und er batte nicht einmal hoffen dürfen , dieseStadt i n 34 Stunden mit dem Degen in der Faust zu erobern. Wenn man die Wahr-■heit sagen soll, so war diese Unternehmung sehr gewagt, und der Graf von Sachsen
kannte die Gefahr, welche die Bewegung der Armee gegen Prag zur Folge haben1-- “
konnte.
Aus seinem Schreiben vom 22sten November von Königssaal an den Kurfür-
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e rhellt, dafs sc bon bei St. Pölten in Oestreich Einwendungen dagegen gemacht•hatte, eh** ^
. n noch die Truppen nach Böhmen abmarschirten. In diesem Brief drückt er
ausi
»Man hat sehr darauf gedrungen, gnädigster Herr, vor Prag einzutreffen,»statt dafs man meinem Ratli*) hätte..folgen sollen, der mir von so grofsem Ge-5, Wichte 7. u seyn scheint, dafs dessen Nichtbefolgung den gewissen Verlust von«ganz Ober- Oestreich. nach sich ziehen wird, und wenn Sie nicht durch ein eben,
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bleiben «»n°" Sr ' 3n <! «’ Grafen von Sachsen ging dahin, dafs man vereinigt in Ober - Oestreichna ch Böhmen die Sachsen mit einer Division Französischer Truppen, welche bereit!
ö S® n war, Prag zu belagern anfangen würden.
Erster Band. Anmerkung de! Verfasser!,
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