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scliirt, und den Gien bei Pilsen eingetrofTen war, setzte ihren Marsch unaufgehalteafort, und traf den tgten zu Königs-aal ein, so dafs sie also insgesamt unter dem unmit-telbaren Befehl des Kurfürsten vereinigt waren; während sich 20000 Sachsen an derNieder-Moldau, eine Meile von Prag, postirt hatten, und 10000 Preufsui, unter demPrinzen Leopold vojiAnhalt-Dessau bei Jung-Bunzlau, 12 Meilen von Prag, angekom-men -Waren,
Diese Hülfsmittel waren unbezweifelt grofs, sie zweckten auf die Belagerung vonPrag ab. Den 25sten November wurden die Laufgräben eröffnet’, den lösten aber beiTagesanbruch die Stadt mit stürmender Hand eingenommen.' Nie hat eine solche Ex-pedition einen glänzendem und glücklichem Ausgang gehabt.
Um diese glückliche Begebenheit aus dem richtigen Gesichtspunkt beurtheilen zukönnen, wird es nötliig seyn,' bei den Stellungen der verschiedenen Corps zu verwei-len, welche zu gleicher Zeit in Bewegung gesetzt wurden, um entweder die Ausführuugjenes grofsen Plans zu unterstützen, oder sich demselben zu widersetzen.
Nachdem der Graf v. Neu.perg Befehl erhalten hatte Schlesien zu verlassen, sobrach er den epen October nach Mähren auf, und liefs nur looo Mann zur Besatzungin Neifse zurück. Der König von Preufsen war nach dem Abmarsch dieser ArmeeMeister vom platten Lande, und ihm blieb weiter nichts als die Wegnahme von NeisseÜbrig. Bei einer so schwachen Besatzung, die keinen Entsatz zu lmffen hatte, .beimschlechten Zustande der Festung selbst, war es kein Wunder, dafs der damalige Gou-verneur, Herr von St. Andree, die Capitulaton den 3tsten October unterschrieb. Den5ten November verliefs der König die Armee, und empfing in Breslau die Huldigungund den Eid der Treue Von ganz Schlesien. Erst am gten November reiste er nachBerlin ab.
Indessen traf den 5ten November der Grofsherzog bei der Armee des Grafen vonNeuperg bei Jaipiz in Mähren ein. Diese Armee sollte in Oestreich oder in Böh-men, nach den Bewegungen des Kurfürsten von Baiern, agiren. Da nun dieser den3ten October von der Donau weg nach Böhmen marschirte, so reiste der Grofsherzogden 4ten von Wien ab, und befahl gleich nach seiner Ankunft bei der NeupergischenArmee, dafs der General Nadasti mit allen bei der Armee befindlichen Husaren dieAvantgarde machen, undlsich des Postens hei Neuhaus ohnweit Tabor in Böhmenbemächtigen sollte. Hier stiefs Nadasti auf den Herrn von Bonnaire, Oberstleut-nant beim Regiment Bercliiny, • der mit 5 00 Mann zu Gefangenen gemacht ward.Den löten kam der Grofsherzog selbst mit der Armee nach Neuhaus, nachdem er vomI.obkowitzkischen Corps, welches bei Prag kampirte, auf die Annäherung des Kurfür-sten sich zurückgezogen hatte, 5000 Mann an sich gezogen.
Der