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vordrang, einem Platz der zwar nicht viel bedeutet, dennoch aber belagert werdenmufste. Der Graf von Kevenhüller konnte und wollte dief> bei einer so rauhenJahreszeit nicht, und begnügte sich alle Posten am Inn- ühd Iser Fluf* zu besetzen^und von München sich Meister zu machen, welche Stadt der Kürfürst verlassen undsich mit Sohn und Gemahlin nach Manheim geflüchtet halte. Dem Kurfürsten bliebdaher nichts mehr übrig als die Bairische Oberpfalz und die festen, Städte Straubiugenund Ingolstadt. Hätte er also auch am Inn- und Iser Flufs einige Festungen gehabtso würde er iin Besitz von ganz Baiern geblieben seyn.
An allen diesen Unglücksfällen nahm der König von Preufsen keinen Antheil,und sie konnten auch nur durch ihre Folgen einen Einflufs auf ihn haben, gegenwelche er sich durch zu rechter Zeit ergriffene Mafsregeln zu decken wufste. In die*ser Absicht reiste er den ißten Jenner von Berlin ab, ging über Dresden nach Prag,und verlangte, was man ihm abzuschlagen nicht im Stande war: dafs sowohl die Sach,sen als das Corps Französischer Truppen, welches an der Zassawa cantonirte, unterseinem Befehl stehen, und zu seiner Armee stofsen sollten, um vereint operiren zu ,können. ; \
Auf die Vorschläge des Marschalls von Broglio hörte er nicht, nach Tabor zvtmarschiren, während der Marschall sich nach Budweis wenden würde um die Oest-reicher anzugreifen, die Gemeinschaft mit Ober-Oestreich wieder zu gewinnen, undden Grafen von Segür zu befreien. Von der Natur mit durchdringender Scharf-St cht begabt, entdekte dieser Fürst den grofsen Rechnungsfehler, der in dieser Verbin*düng der Bewegungen lag. Er wufste zu gut, wie öfters ein Tlieil das gänze Gewichtdes Gefechtes ganz allein tragen mufs, wenn er wähnt in Verbindung mit einem andernden Feind anzugreifen. • f .
. Er wollte agiren, aber in einer gewissen Entfernung, damit der Feind seine Machtfcn Wufste, weil er in einer solchen Entfernung nicht mit der ganzen Armee angrei-° n nte ohn e seine Gemeinschaft aufs Spiel zu setzen, an der ihm doch so viel lieeenAb ' ' 1656 Wd S eru "S ^ es Königs mit -uns gemeinschaftlich zu operiren, und seine
vi 1 1 ^ en Krie SSS c hauplatz nach Mähren zu spielen, mifsfiel uns damals und gab zu
mer tl a ^ en Anlafs. Doch that der König nichts, als was ein erfahrner General ini-mache S °^ te ’ n ämlich allein agiren, auf niemand als auf sich selbst Rechnung
bah ^ n i c hts unternehmen, als was man vermöge seiner Kräfte und der in Hän-E r .f 0 ig en -kEdel, ohne anderweitige HMfe, mit einem wahrscheinlich glücklichen
andern n U iIen ^ ann ' Wer den KriegskaÄil versteht, handelt gewifs nach keinenru ndsätz en .
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an, und ertheilte "^fdatz der Truppen wies also der König zu Trebitz in MährenFasterBand. etxi Chevalier de Saxe und dem Grafen von Polastrnn Befehl,
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