dem Geschütz nicht widerstehen können, und dafs desnalb die Wälle mit Bollwerkeneingefülirt worden seyen.
Man mul's nächsulem die Verschiedenheit des Zeitgeiste erwägen, um diewahren Ursachen der Erscheinungen zu finden. Man vertheidigt heut zu Tagedie Festungen nicht so gut; nicht blos deshalb, weil die VertheidigungsmitteKweniger als die A.ngriffsmittel sich vermehrt haben, - sondern auch, weil es denVertheidigern nicht mehr denselben Vortheil bringt. Davon hängen unbezweifelt diemeisten Handlungen der Men'schen ab. So wie die Sitten sich abgeschiilTen, und die lie-benswürdigen sich über die kriegerischen Eigenschaften erhoben, hätten die letzterenganz besonders von den Regenten hervor gehoben werden sollen, um sie dennoch be-liebt zu machen. Denn so wie das Genie und die Kraft eines Volkes auf die Sitten Ein.Hufs haben, ehren diese die Regierungen der Staaten. Ein König, der die Tugendschützt und belohnet, wird bald ein Heldenvolk erschaffen. Wenn nur grofse Waffen-thaten zur Ehre führen, ist der Ruhm der Abgott des Volkes; sobald aber sich dem GlückMehrere Wege öffnen, die kürzer und sicherer sind, darf man sich nicht wundern dafsMan sie einschlägt. Ich will damit sagen — und man kann es nicht widerlegen —dafs es wesentlich nothwendig ist, die Vertheidigung unserer Festungen weniger ab-hängjg von der ausgezeichneten Tapferkeit der Besatzungen zu jmachen. Der Muth ist°hne Zweifel noch derselbe: aber er ist weniger allgemein; deshalb werden die Be-satzungen leichter eingeschüchtert, und eher ermüdet. Man mufs sie nothwendig mehrsichern, wenn sie eben so standhaft bleiben sollen. Ein noch wichtigeres Motiv tritthier zugleich ein, die Erhaltung der Menschen. Sobald es Mittel dazu giebt, kann manSl ch nicht genug darüber freuen, nicht genug eilen, davon Gebrauch zu machen.