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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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(Ad 3.) Das Studium der Befestigungskunst hat sich bis jetzt darauf beschränkt,eine Beite des Vielecks zu entwerfen, mit zwei halben Bollwerken, zwei Flanken, einerCourtine, einem Ravelin, mit oder ohne Retirade. Alle Befestigungsarten mit Boll-werken sehen einander ähnlich, und die wirkliche Ausübung fügt nichts hinzu. Ist derBaugrund eben, hat man auch schon alle zu dem Umrifs nöthige Bestimmungen. Einunebner Boden nur führet Verschiedenheiten und Unregelmäfsigkeiten herbei, um sichgegen das Bestreichen von den benachbarten Höhen zu sichern, dem man — gewöhn-lich schlecht genug! — durch höhere Wälle, durch Kavaliere oder durch Traversenabzuhelfen sucht, die immer den innern Raum verengen, und dadurch der Vertheidi-gung nachtheilig werden. Der Zweck ist: von einer nahen Höhe nicht eingesehen zuwerden; man darf sich daher nur so viel erhöhen, bis man sie selbst nicht sie-het. Hat man sich nun auch zehnmal auf diese Weise gedeckt, mufs man dennoch

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zum eilften Male dasselbe Mittel anwenden. Worin liegt denn nun der Vorzug derErfahrung? Sie hat ohne Zweifel hei dem Bau ihren Nutzen, aber durchaus keinenEiuflufs auf den Umrifs, der immer auf denselben Grundsätzen beruhet.

(Ad 4.) Die wahren Meister der Kunst scheinen blos den einfachen Bollwerks-Umrissen ihren Beifall geschenkt zu haben, dem sie nachher Schwache Aufsenwerkehinzu lugten, wie jene Hornwerke, womit,fast alle unsere Festungen überladen shid,oder Schwalbenschwänze, wie zu Landau; Kronwerke, einfache oder doppelte Schee-len etc. Es wäre zu wünschen, Herr von Cormontaigne hätte sich näher über die(Verpflichtung erkläret, welche er den Ingenieuren aullegt, von einer wohl überdach-ten Uefestlgungsart zu einer zusammengesetzten überzugehen. Die einfachen Artensind schon seit so langer Zeit durchdacht worden, dafs kein Grund da ist, sie vonneuem zu untersuchen, wenn man sie nicht abändern will. Dann aber sind sie nichtmehr einfach!

(Ad 5.) Ich hofle zu beweisen, dafs Cormontaigne’s erster Blick hier nichtrichtig war, uhd dafs Belidors Befestigungsart viel stärker ist als die seine.

(Ad 6.) Herr Belidor hat wahrscheinlich seine besondern Gründe gehabt, keineProfile zu geben. Der Ton, welchen Cormontaigne in seiner Schrift annimmt,zeuget von dem, welchen er bei diesem Streite führte, und dafs Belidor sich von derZwecklosigkeit des letztem überzeugen mufste. Jeder vernünftige Mann ziehet sichzurück, sobald er siebet, dafs er es mit dem entschiedenen Entschlufs zu tliun hat,jede Ueberzeugung abzuleugnen.

Nichts ist leichter, als zu irgend einer Befedtigungsart die Profile zu machen. Mandaif nur dasgröfsere oder geringere Ueberhöhen jedes hintern Werkes gegen die .vorliegen-den von dem Kamme des Glacis an bestimmen, je nachdem man das eine oder das anderefür vortheilliaftet halt. Man kann demnach für Einen Gründrifs mehrere gleich gute Profile