102 —
Ravelinfa^en mit jenen macL.cn, geschlossener, und nur 103°; während er bei Cor-montaigne 115® ist. Ja, durch die Tenaillons zwischen dem Ravelin und den Boll-werken wird diese Fronte völlig rechtwinklieh bestrichen. Man kann daher behaupten,dafs Belidor bei der Anordnung seiner Aufsenwerke G o r m an tai gn e’s Vorschriftbefolgthat: die Feuerrichtung zu verbessern, während jener selbstnichts zu Erreichungdieser Absicht tliat.
(Ad. 10.) Es ist schwer, sich zu überreden, „dafs die gangbaren Befestigungs-„werke mehr als hinreichend sind, jeden Grad von Widerstandsvermögen hervor zu„bringen.“ Herr von C. hätte einige Beispiele durch sie unüberwindlich gewor-dener Festungen anführen sollen.
(Ad 11.) Um den geringen Werth von Belidors Vorschlägen zu beweisen,führt Herr von Cormontaigne einen Angriff darauf, dessen nächtliche Arbeiten biszur Eroberung des Hauptwalles auf einander folgen. Er hat auf diese Weise die Mit-tel in der Hand, seinen Weg, so viel er will, abzukürzen. Hie Besatzung ist hier un-thätig, das Geschütz ohne Munition, und während in der Festung alles schläft, rücktder Belagerer mit einer Keckheit vor, die ihm theuer zu stehen kommen würde, wenner alle Hindernisse beseitigen müfste, die ihm der Belagerte in den Weg legen, kann.Unter solchen Umständen würde Gibraltar in fünf oder sechs Tagen erobertseyn! Man mufs erstaunen, wie ein Mann mit so vielen Kenntnissen und Erfahrung imBelagerungskriege einen solchen Angriffsentwurf machen, und die Zeitdauer des Wider-standes einer solchen Festung darnach bestimmen kann.
(Ad 12.) -Herr von Cormontaigne fängt mit Erbauung der Batterieen A, 60Schritt vom bedeckten Wege an, und läfst 8 bis 20 Nächte hinweg, die vielleicht erfor-dert werden, um mit den Laufgräben und Sappen bis daliin zu kommen, da er doch einGleiches bei Seiner Befestigungsart tliut. Dadurch gehet jeder Vortheil derjenigen Artverloren, durch deren Einrichtungen man dem Angriffe eine gröfsere Geschützzahl entge-gensetzen kann. Belidors zur Geschützaufstellung taugliche Wälle machen 1500 bis1600 Toisen, welches zu 3 Toisen für jede 530 Kanonen giebt. Cormontaigne’sUmrifs im Gegentheil hat nur 670 Toisen, und kann nur 1223 Kanonen, nicht dieHälfte von jenen, aufnehmen. Wichtiger noch ist: dafs gegen die letztere Befestigungs-art nur acht Rikoschetbatterieen nöthig. sind, um ihr Geschütz zu vernichten, da Beli-dor’s 16 Batterieen zu diesem Zweck erheischet. Der Unterschied In Hinsicht derArbeit und der dabei eintretenden Schwierigkeiten ist nicht zu berechnen, und beideBefestigungsarten sind aul eine solche Art nicht gegen einander zu stellen, dafs mandie erste Batterie sechzig Schritt vom bedeckten Wege anleget. Es ist aber gegenalle Grundsätze des Belagerungskrieges, mit diesen Batterieen anzufangen, ohne vor-her andere in der Verlängerung der Werke erbaut zu haben, um das Feuer der letz-