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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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selbst bei der ungünstigsten Lage eine Anwendung zulassen. Ein Ort, der zwischenzwei Bergen, und zwar nur 150 Schritt von dem einen ab lieget, eignet sich zu keinerguten Befestigung, wenn inan jene Berge nicht init hineinziehet. Dies kann aber nurdurch solche Forts auf eine eben so sichere als wohlfeile Art geschehen.

Wenn aber diese Vertlieidiguugsmittel bei allen Festungen überhaupt vortheilhaftsind, werden sie bei grofsen Niederlagen, wie Seehäfen u. dgl, unschätzbar. Bei die-sen ist es nicht genug, sie zu befestigen, man mufs auch die in ihnen aufgehäuftenVorräthe gegen die Zerstohrung und gegen den Brand sichern. Wie kann man aberwohl diesen Zweck erreichen, sobald man sich blos auf die Befestigung der Stadt be-schränkt? Wie kann man sich weit genug ausdehnen, um den Feind bis über dieWurfweite der Bomben entfernt zu halten? Gegen diese aber mufs man si.ch beson-ders zu sichern suchen, was doch auf die gewöhnliche Weise unmöglich ist. Eine sc»weitläuftige Umfassung mit Bollwerken würde einen ungeheuren Aufwand verursachen,und eine ganze Armee zu ihrer Besatzung erfordern. Nur einzelne vorgelegte Forts,wie sie oben beschrieben worden, entsprechen jener Absicht, den Feind an eineijaBombardement zu hindern: da man bei den Häfen und grofsen Kriegs-Depots nichtdeicht eine regelmäfsige Belagerung zu befürchten hat. Dennoch bleibt man immernur bei den Bollwerken stehen,- wenn niai) einen Seehafen u. dgl, sichern will, Cher-bourg soll uns zum Beispiel dienen.

In Belidors Wasserbaukunst, Zweiten Theiles Erstem Bande, findet sich S.ein Bdestigungsentwurf für die Stadt und den Hafen von Cherbourg. Eine solcheFestung mit neun Bollwerken und vier halben Bollwerken, mit ihren Baveiinen undausgemauerten Graben, kann nicht unter sechs Millionen Franken kosten; dennoch istsie auf Füntenschufsweite von den umliegenden Hohen einges.ehen, und würde sichhöchstens ia bis 15 Tage halten. • Die Besatzung ist in den Werken bis zum Fufs ge-sehen, und könnte keinen Widerstand leisten. Wie kann man wohl einen solchen Be-festigungsentwurf machen, der so nabe von Bergen beherrscht wird, ohne diese mit indie Befestigung zu ziehen? Für einen Seehafen aber ist der Entwurf noch schlech-ter. Der Feind wird sich wenig uiii die mit vielen Kosten in der Ebne erbauetenFestungswerke bekümmern: er wird sich auf die Anhöhen setzen, und von dort ausbinnen vier und zwanzig Stunden Stadt und Hafen verbrennen. Dann wird er wiederabzilehen, sehr zufrieden, den einzig möglichen Zweck erreicht zu haben.

Man siebet ein, dafs ein solcher Entwurf weder für Cherbourg, noch für irgendeinen Hafen der Welt pafst. , Nicht die ßtadl mufs. man bewahren, sondern ihre Zu-gänge; man wird sogleich s.ehen, wie diese wichtige Absicht sich erfüllen läfst.

Lab. XX enthält den Grundrifs von Cherbourg mit der Umgegend, und zeiget da-her die den Hafen beherrschenden Berge, die man — so wie das vorliegende TerrainZweiter Band.