Die Englische Elotte verlohr nach diesen ersten Fortschritten keinen Augenblick,neue zu versuchen: und sie machte welche, die ihr noch weniger kosteten als jene.Ein zweiter Engpafs mufste noch durchdrungen werden, der die grofse Rheede vondem Vorhafen scheidet. Das schon bei dem Angriffe des Herrn v. Pointis vorhan-dene Fort Santa Cruz war in derselben schlechten Art wieder hergestellet worden.Man hatte überdies auf der gegenüber liegenden Spitze ein zweites, noch schlechteresFort, Manzanilla, erbauet. Dieses war viel kleiner, und nur auf Einer Seite, durcheine Art Hornwerk von 20 Töisen Sehne, bestrichen. Zwei gerade Linien und einKreis-Abschnitt bildeten den übrigen Theil seines Umrisses, Hundert Mann könnenein solches Fort in einer halben Stunde erstürmen: und obgleich gegen Santa Cruzeinige Batterien errichtet werden mufsten, würde es doch auf fünf- bis sieben hundertSchritt geöffnet worden seyn; denn es war nicht besser gedeckt, als die schon vorhereroberten Forts. Der Gouverneur von Cartljagena wollte daher die Besatzung nichtaufopfern, sondern sich lieber dürch sie verstärken. Er räumte beide Forts, und dieEngländer fanden an diesem Eingänge kein Hindernis. ' Sie brauchten jedoch zelienTage zu Herbeischaffung der nöthigen Munition und Truppen, und landeten erst am16. April bei Quinta im Vorhafen, wo sie spgleich sich des das Fort St. Lazarusüberhöhenden Klosters U. 1 . Fr. bemächtigten, das, ohngeachtet seiner Wichtigkeit,wie 1697, sogut wie unbefestiget war.
Nun rathschjagten die Englischen Befehlshaber über .die Fortsetzung des Angriffesgegen das Fort St. Lazarus, und fanden für nöthig, Batterien anzulegen, üm dieUmfassung zu öffnen. Sie tlie'.ilten diese Meinung dem Admiral mit, mit dem Ersu-chen, die Bombardier-Galiotten und Ein Kriegssclliit ihr Feuer gegen das Fort richtenzu lassen, um die Unternehmungen der Truppen zu begünstigen. Allein der Admiralwies dies Begehren des Kriegsratlies mit Verachtung zurück, und antwortete: er würde,sich schämen solche Mittel anzuwenden; es bedürfe hier keines Geschützes; der Feindwerde das Fort verlassen, sobald sie nur darauf los giengen, und Anstalten zum Sturmmachten. Das Fort w r ar wirklich sehr schlecht, und wegen seiner vielen todten Win-kel wohl zu erstürmen. Der Admiral konnte Recht haben; dennoch war seine Wei-gerung sehr zu tadeln, Weil der Ueberflufs von Hülfsmitteln nie schaden kann, undbei ähnlichen Fällen nie vernachlässiget werden darf. Der General Wentworth,durch diese Antwort gereizt, und in der Besorgnifs, seine Gegner würden die Erobe-rung für möglich ausgeben, wenn er das Unternehmen nicht wagte, befahl am igteaApril den Angriff. Allein die dazu bestimmten Truppen waren zu schwach. Sie setz-ten sich um zwei Uhr Morgens in 2 Kolonnen'in Marsch; die Eine verirrte sich, undder anderen, welche bis an die efSten VersehaffiurtgFn gelangte, folgten die Unter-Hützungstruppen nicht zeitig genug. Der Tag brach aa, und die Spanier sahen die