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Ehe man einen <eo wichtigen Vortheil .aufgab, hätte nian wohl tfie Ursache jenes Feh*lers .aufsuchen •sollen. Man würde bald bemerkt haben, dafs alle gewöhnliche Kase-matten .zu niedrig, zu <enge, <ohne Luftzug und .ohne hinreichend weißt Rauchfänge"Waren. Daher das Stocken des Pulverdampfes, wodurch er sich bis zum Unerträgli,chen verdickt. Die neuesten Kasematten, die eben deshalb auch hätten die vollkormmensten seyn sollen, sind die in den Bollwerksthürmen von Neu-Breisach. Alleindie Geschützstände sind hier sehr finge und niedrig. Das Gewölbe des Durchganges,der zu ihnen führet, ist ö Fufs niedriger als der Schlufs des Gewölbes der Kasematte;Der sich in -letzterer sammelnde Rauch mufs folglich abwärts gehen, um in den über50 Fufs langen und engen Durchgang zu kommen. Die beiden Rauchfänge endlickhaben jeder nur 3|- Fufs ins Gevierte, so dafs man kaum darin athmen kann. Mandarf sich daher nicht wundern, wenn diese Gewölbe durch den Rauch völlig unbe-wohnbar werden. Die Ursache davon ist klar, und das Mittel liegt nahe: man vergrö-ßere die Räume, schaffe der Luft einen freien Zug, und alle JUebel werden ver-schwinden.
Diese Grundsätze haben mich bei meiner Arbeit geleitet, als ich aus dem mir dazugelieferten Holze in Rochefort das Fort zimmern liefs, das nachher auf die Insel Aixgebracht ward, und eben so gut hätte nach Amerika geführet werden können. Die
hier ein Wort über dieses .für den Staat höchst nacluheilige Verfahren zu sagen. Sejr es auch,dafs die Quadratruthe Gejvölbe, in Plano gemessen, n i c h t unter iyo Rthlr. zu schaffen ist, undöfters, hei theureii Matenalien, weit höher kommt. Man darf dagegen, bei gehörig sorgfältigerArbeit — wie sie beim Festtingsbau vorauszusetzen — auf eine hundertjährige Dauer, ohneReparatur kosten rechnen. Nun die Ilolzbedecknng > Bei dieser darf man aller Erfah-rung zufolge durchaus nicht auf eine mehl' als fünfzehnjährige Dauer rechnen, sobald die Deckemit Erde beschüttet ist, wie sre immer seyn muß, wenn sie dem Zweck entsprechen soll. Diesgiebt, gegen 1 den Steiubau .gerechnet, ein Verhältuifs von 1:6,6; Während sich die Baukosten derHolzbedeckung mit steinernen Umfassungsmauern gegen die Gewölbe nur wie 1 : 2,5 verhalten,Auf welcher Seite der Vortheil ist, bedarf wohl keiner weitern Etörterimg. Der Staat ist ja nicht"in der Lage eines Privatmannes, der, zufrieden für sein ßeuürfniß gesorgt zu haben, sein Bau-werk so wohlfeil als möglich herzustellen sucht, um es zu seines, Zeit mit Gewinn zu verkaufen.Die Festiingsgehaude tragen doppelten Gewinn, wenn sie längere Zeit keine Herstellungskostenerfordern, und dennoch immer im wehrhaften Stande bleiben, welches obigem zufolge hei der.Balkenbedeckung schon naoh zwölf Jahren nicht mehr unbedingt. mit Sicherheit auzunehmen ist,^Bei solchen Festungen, die nicht unmittelbar an der Grenze liegen, und deshalb dem Ersten feind-lichen Anfälle nicht ausgeSetzt sind, ist zwar das Aufbringen der Eide in Friedenszeiten nichteben nothvrendig. Wird es aber nicht an Zeit und Händen dazu fehlen, wenn bei einer nahenBelagerung die Vertlieidiguiigsarbeiten sich drangen? Wird es nicht den Festnngsingenieuren oftunmöglich werden, auch nur das durchaus Unerläßliche zu tkun? Und welche Nachtheile müs-sen nicht hier durch MifsgiiiTe herbeigeführt werden, die immer einen bedeutenden Einfluß aufdie — gleichviel ob aktive, oder passive — Veilheidigtmj haben? Jeder vorimheilsfrcie Mann,der die Jfülfsmittel und den Zweck der VenUeidignng zu bcurtheilen weiß, und das Treiben ineiner belagerten Festt/ng gesehen hat, wird gewiß mit vollem Herzen meiner Behauptung bei-stimmen. \ . Annterk. ,d. .UcWs*tz.
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