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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
Entstehung
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Einleitung.

Die Regierungsgeschichte Ludwigs XIV stellt uns einen mit den grofsten Eigen-schäften begabten König dar, der sich zu fürchten schien sie anzuwenden: eine Reiheglücklicher und unglücklicher Ereignisse, grofse Männer und ganz gewöhnliche Men.sehen, von diesem Fürsten mit denselben Würden bekleidet; eine erklärte Abneigunggegen ausgezeichnete Feldherren, und ein offenbares Hinneigen zu den mittelmäfsi-gen *). Wodurch läfst sich wohl diese anscheinende Sonderbarkeit erklären? DurchLudwigs XIV. Fit'ersucht auf fremde Grofse, als ob sie nur auf Kosten der seinigenerworben werden könne. Ein Sklave dieser Sucht nach Grofse, wollte er zugleich. Er-oberer und gerecht seyn. Er fieng unter dem geringfügigsten Vorwände Krieg an,und machte Frieden ohne Vortheil davon zu haben. Von unrichtigen politischenAnsichten verführt, glaubte er vielmehr durch die Schrecken seiner Macht, als durchtreues Halten der tingegangenen Verpflichtungen Verbündete zu erwerben. Dererste Schritt, durch den der König von dem geraden Wege abwich, hatte auf seineganze Regierung Einflufs. Vergebens mühete er sich ohne TJnterlafs die Erinnerungdaran zu verwischen, er trug die Schuld bis an das Ende seines Lebens, Ich spreche

*) AU der werthiose Villeroi in Cremona durch eigne Schuld gefangen ward, obgleich das Un-ternehmen selbst durch die Entschlossenheit der Französischen Besatzung mifslang, sangen Tage*darauf die Soldaten:

Farsatnbleu ! laventure est bonne;

Kotie bonheur est Sans egal;

Nons avons conserve CremonaEt perdil nölre general.

Dem olmgeachiet hat Ludwig XIV den Kaiser so lange um die Loslassung dieses geliebtenFeUhetrn, dafs er sie endlich bewirkte, und ihm zu eignem Schaden den Oberbefehl inFl-uiJern geben konnte- Wahrscheinlich liefs sich hier der Kaiser uin etwas bitten, was er doch

selbst wünschen mußte, ,

Anmerk.

Dritter Band-

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