Obgleich in Deutschland der Marschal Lorges dem Landgrafen von Hessen unddem Markgrafen von Bayreuth überlegen war, die bei anerkannter Unfähigkeit sichniemals einigen konnten und endlich sich von einander sonderten, so dafs der einegegen Mainz und der andere gegen den Necker marschirte: liefs jener doch jede Gele»genheit, sie zu schlagen, entschlüpfen, und that den ganzen Feldzug hindurch nichts.Ein klarer Beweis von dem Nutzen talentvoller Generale! Turenne schlug sechzig»tausend Mann mit fünf und zwanzig tausend:, er galt folglich seinem Könige mehr alsvierzigtausend. Zwar befinden sich die l'urenne’s nicht immer in der Lage, Armeenzu kornmandiren; gewöhnlich hängt dies von der Geburt, von der Gunst des Königsoder der Minister, oder von der Dienstzeit ab. Dafs es anders, und besser seyn kannhat die neuere Geschichte genügend gelehret.
In Piemont wollte man sich auf die Vertheidigung beschränken; man gab aberauch dazu dem Herrn von Catinat nicht die gehörigen Mittel'. Ohne Magazine, ohneFuhrwesen konnte er weder Brod noch die nöthige Munition bei sich führen. Ermufste seine Reuterei an der Rhone lassen, und hatte zwar mit der Ii ic-nterie zwischenSusa und Pignerol eine gute Stellung genommen, konnte sich aber nicht bewegen: undmufste es geschehen/lassen, dafs der Herzog von Savoiert dies benutzte, bis Embrunvordrang, und einen grofsen Theil der Dauphinee verheerte.
Noch vor Eröffnung des Feldzuges von 169$ eroberte der Marquis von Bou-fleurs Fournes nach eintägiger Belagerung, und Dixmuyden* Die Zurüstungen■waren'dieses Jahr sehr grofs. Der König selbst wollte mit dem Marschal von Bou»Ileurs Eine Armee anführen;- die andre sollte Luxemburg befehligen; der Marquisvon Harcourt endlich sollte mit einem leichten Corps an der Mosel stehen, um nachErfordern nach Deutschland oder nach Flandern gehen zu können. Der Gesamtbetragdieser Truppen wird auf 120000 Mann angegeben. Ludwig kam mit den.Damen sei-nes Hofes am 2ten Juny bei der Armee an, die er am 1 6ten nach Gemblours führteund bis zum I2fen daselbst stehen blieb. Er scheint nun seine Meinung plötzlich ge-ändert zu haben; denn er schickte 27 Bataillone und 47 Schwadronen unter dem Be-fehl des Dauphin- nach Deutschland und kehrte nach Versailles zurück.
Der Marschal von Luxemburg behielt nun noch 88000 Mann, nemlich 31000 zuPferde und 57000 zu Fufs, unter seinem Befehle. Zwar hatte Wilhelm von Ora-nien goooor da er aber Brüssel und ganz Flandern decken mufste, hatte, er rg bis20000 Mann im verschanzten Lager und der Citadelle von Lüttich- stehen r und derMarschal von Luxemburg beschlofs hiervon Nutzen zu ziehen. Er gieng zu demEnde von Gemblours nach Meldert, bei Tirlemont, zwei kleine Stunden vom Lagerbei Patch, wo- der König von England in einer unangreifbaren Stellung stand. Durchdiesen Marsch waren die Truppen Im verschanzten Lager bei Lüttich völlig abgeschnit-