ten, und konnten nicht zu Ihrer Armee stofsen um diese zu verstärken. Weil Jedochder Marschal Mangel an Lebensmitteln litt, die er aus dem weit entlegenen Mons undMaubeuge her ziehen müfste, wo die starke Besatzung von Charleroy leicht seine Zu-fuhren aufheben konnte, naufste man Wilhelm von Oranien aus seiner festen Stel-lung hei Patch zu manoeuvriren suchen. Der Marschal Luxemburg liefs in dieserAbsicht durch den Marschal Villeroy Hui belagern, hierauf den Marquis von Har-tourt über Namur nach Hui kommen, während er selbst nach Vignamon marschirte.Nicht zweifelnd, der Marschal wolle das verschanzte Lager angreifen, verläfst der Kö-nig von England seine feste Stellung und setzt-sich hinter -das Dorf Neerwinden, zwi-schen die kleine Gette und den Bach von Landen, indem er zugleich das Lager heiLüttich durch ein starkes Detaschement verstärket. Weil er in seiner neuen Stellungvon dem 7 Stunden entfernten Marschal nichts fürchten zu dürfen glaubte, entsendeter noch ir Infanterie- und 11 Kavallerie-Regimenter unter dem Prinzen von Wür-tem'berg, um die vertheidigungslosen Flandrischen Linien anzugreifen. Der Mar-schal stellte sich darüber beunruhiget, und schickte sein zweites Treffen zu Unterstüt-zung jener Linien ab, mit dem geheimen Befehl: in einer gewissen Entfernung Haltzu machen, und ihre Marschrichtung zu verändern. Er selbst gieng mit Einbruch derNacht nach Neerwinden, wo er am 28. Juny um 3 Uhr nach Mittag mit dem rechtenFlügel seiner Kavallerie anlangte. Seine übrigen Truppen kamen erst um Mitternachtan. Wilhelm von Oranien, «nstatt durch Zurückg-ehen über die Gette das Tref-fen zu vermeiden, wandte die Nacht dazu an Neerwinden befestigen und vor seinerFronte Redans aufwerfen zu lassen. Bei einer nur geringen Kenntnifs dieser Artin Einer Nacht aufgeworfener Verschanzungen wird man jedoch ihre Unzulänglichkeitejnsehen. Sie werden durch das Vertrauen nachtheilig welches der Soldat in sie setzt.Siehet er sich getäuscht, und den Feind irgendwo eingedrungen, hält er alles fürverlohren, und fliehet, ohne Möglichkeit, ihn zurückzuhalten. Das Dorf Neer-winden war nur schlecht befestiget; der Herzog von Berwick sagt: .„Ich griff das„Dorf zuerst an, und jagte die Feinde'von Hecke zu Hecke bis in die Ebne, an deren.„Rande ich mich aufstellte. Die Truppen, die zu meiner Rechten und Linken angrei-s,fen sollten, glaubten vielleicht weniger Feuer zu bekommen, wenn sie sich in das„Dorf würfen, und befanden sich daher auf einmal hinter mir. Sobald der Feind dies„bemerkte, kam er rechts und links wieder in das Dorf. Es entstand ein fürchterliches„Feuer, und die vier von. Rubantel und Montche vreuil geführten Brigaden ka-„men in Unordnung, . so dafs ich mich plötzlich von allen Seiten angegriffen sähe.„Ich erlitt sehr starken Verlust, und meine Leute verliefsen endlich den vordem Theil„des Dorfes, Da ich jedoch dieses zu behaupten suchte, hoffend der Marschal von.„Luxemburg werde mir Hülfe schicken, sähe ich mich völlig abgeschnitten. Ich
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