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Ärmee im Marsch' und. durch Terraihhindernisse- in drei besondere- Corps- zerschnitten-war. Er liefs-daher am 16. August die Brücke bei Cassano angr'eifenwo sich ebennicht' viel’ Truppen ihm: widersetzen konnten. Die ersten Bataillone mufsten anfangsweichen, sie erholten sich jedoch bald, und warfen alles in den Flufs zurück was schonherüber war. Mittlerweile war eine zweite feindliche Kolbnne r theils-' durch eine Fuhrt,theils auf einer Röhrenleitung über den Flufs gekommen - , während' andere Truppenüber die Brücke giengen.' Ein blutiges- Infanteriegefecht entstand. Der Prinz' Eugenselbst ward verwundet, der Herzog von Vendom e verlohr ein Pferd, und focht zuFufse an der Spitze einer Abtheilung, sich in das heftigste Feuer stürzend. Er regtedadurch den Muth seiner Truppen dermafsen auf, dafs sie alles vor sich her über denHäufen warfen, und den Feind' nöthigten ihnen mit bedeutendem-Verlust das Schlacht-feld zu überlassen.
Dies beweist abermals den Nutzen' der Unerschrockenheit’ des Feldherrn im Ge-fecht. Nur' wenn er das Leben- einsetzt, kann er Grofses verrichten. Man mufs nichtzu verschwenderisch mit diesem Ilülfsmittef seyn: aber es wird immer' nothwendig,wenn der' Sieg schwanket und es jetzt auf die: Entscheidung ankömmt..
Des Prinzen Eugen fruchtbarer Geist liefs ihn noch öftere- Angriffe- Versuchen,um in das Mayländische. zu dringen. Sie waren aber alle ohne Erfolg. Ueberall fander den Herzog von Vendome vor sich,, und überall bereitete- ihm' dieser unüber--steigliche Hindernisse.
Weil die Belagerung' von Turin durch die vorgegebenen Schwierigkeiten des Her-zogs'von Feuillade unterlassen worden war, entschlofs man' sich Nizza: anzugreifen,das damals eine sehr feste Citadeile hatte. Der' Herzog von Berwick,. der diesesJahr invLanguedoc kommandirte, bekam den Auftrag dazu,- und entledigte: sich- dessel-ben • mit gewohnter Einsicht. . Vierzehn hundert Mann und über hundert Kanonen ver-theidigten' den Ort. Die Laufgräben wurden am 17. November eröffnet, und am 5«Jänuar ward die Capitulätion unterzeichnet. Dadurch sähe sich der'Herzog von Sa-voyen blos : auf Turin und einen kleinen- Landstrich beschränkte das Glück aber halfihm,, durch die Ungeschicklichkeit der Gegner welche es ihm gab;
In Spanien gieng, es seit dem- Abgänge- des Herzogs von Berwick Schlecht; Man'dachte' an nichts als an die Wiedereroberung von Gibraltar r diese schlug aber fehl.Der Marschal von Tessd, in den man grofses' Vertrauen 1 .setzte, mufste in dar Lei-tung der Belagerung den Marquis-von Villadrias ablösen,. und machte es nicht bes-ser als dieser. Der Herr von Pointis ward mit 13 Seegein zu Unterstützung der Be-Lagerung nach der Bay von Gibraltar geschickt,, wo er eine Menge- Belagerungsbedürfinisse- ausschiffte: ward aber von einer 35 Segel starken Englischen- Flotte angegriffen,und entkam ihr kaum mit einem Verlust von 5 Schiffen; Endlich ward die siebenmo-