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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Elsafs kommenden 15 Bataillone und 17 Schwadronen erwarten sollen? -Warum setzteer sich bei Ramillies, wenn es nicht in der Ahsicht war, auf den Feind los zu gehen?Anstatt dessen blieb er in dieser völlig offnen Gegend über sechs Stunden unbeweg-lich, bis der Herzog von Marlborough mit voller. Mufse seine Anordnungen getrof-fen hatte. Dies beweist, dafs er die Schlacht annehmen wollte; in diesem Falle hätteer doch die Beschaffenheit des Terrains wenigstens einigermafsen benutzen sollen. Erkonnte nur auf seinem rechten Flügel, von der Mehaine bis an die kleine.Gette, ange-griffen werden, jenseits der letztem ward die andere Hälfte seiner Armee von einemMorast gedeckt. Dennoch stellte er alle seine Truppen in zwei Treffen, das zweiteziemlich weit hinter dem ersten, mit dem Gepäck zwischen ihnen. Da er den Angrifferwarten wollte., hätte er auf dem einzigen Punkte, wo er möglich war, am stärkstenseyn müssen. Das ungünstige Schlachtfeld würde für jeden andern Feldherrn vortreff-lich gewesen seyn, der eine verständige Anordnung zu machen gewufst hätte. Sinddie' Dörfer Franqueries, Ramillies und Offus verschanzt, mit einigen Reduten zwischenihnen, von Infanterie unterstützt, und die Armee in mehreren Linien dahinter.* kanneine solche Stellung nicht ungestraft angegriffen werden. Der Herzog von Marlbo-rough wäre unfehlbar mit grofsem Verlust zurückgeschlagen worden. Allein Ville-roi war an die Mehaine marscliirt, ohne etwas vom Feinde zu wissen. B.ei seinerAnkunft erschienen die Kolonnenspitzen des letztem; er stellte daher seine Armee inzwei Treffen, die Infanterie in die Mitte und die Reiterei auf die Flügel. Das ist di©bekannte Eselsbrücke, die zu jedem Boden pafst, Hier konnte die Hälfte der Armeekeinen Antheil am Gefechte nehmen; dennoch ward Alles auf einerlei Art aufgestelU.Fliefs das nicht, den höchsten Grad von Unwissenheit zeigen?

Die nähern Umstände der Schlacht sind bekannt. In weniger als zwei Stundenwar eine Armee von achtzig tausend Mann gänzlich zerstreuet. Die schimpflichsteFlucht entzog sie ihren Widersachern. Das Sonderbarste dabei ist, dafs Herr v. Cha-millard mit Extrapost herbeieilte, um sich an dem Unstern zu weiden? Es warganz sein Werk, kein anderer hatte so viel Theil daran. Zu Marlboroughs Ruhmfehlte nur ein angemessener Gegner, Es bringt dem Riesen nur wenig Gewinn, wenner einen Zwerg zermalmte- -

Gewöhnlich werden jedoch die Ereignisse rach ihren Folgen heurtheilef. Die-Nie-derlage bei Ramillies zog die schnelle Verfassung der Spanischen Niederlande nachsich. Villqroi ward zurück berufen, und der Herzog von Vendome an seineStelle geschickt, obgleich er in Italien weniger als je entbehrlich war. In Flandern

war nichts für ihn zu thun, als unwichtige Bewegungen, bis die Truppen auseinandergiengen.

Dritter Band.

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