Buch 
Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
Entstehung
Seite
42
JPEG-Download
 

In Deutschland verdrängte Villärs die Kaiserlichen aus Nieder-Elsafs, trieb denPrinz von Baden über den Rhein zurück, und wufste ihn während des ganzen Feld-zuges jenseits zu erhalten.

Die unglücklichen Ereignisse des vorhergehenden Feldzugs in Spanien wurdenwährend eines Theils des gegenwärtigen nicht wieder gut gemacht. Der Marschal von-Tesse mufste die unternommene Belagerung von Barcelona wieder auf heben. Siewar viel zu spät unternommen, ungeschickt und mit Trägheit geführet, obgleich'von'ihrem Erfolg die Unterwerfung von Catalonien abhieng. Anstatt aber noch zu rechterZeit aufzubrechen, da ihm die Ankunft eines starken Entsatzes nicht unbekannt war,wartete der Marschal so lange, bis er seinen Abzug nur noch mit Verlust der Krankenund Verwundeten, des Belagerungsgeschützes und der vorräthigen Munition bewerk-stelligen konnte.

Bei allem natürlichen Verstände sähe der König nie die Wichtigkeit einer richti-gen Auswahl der Menschen ein, denen er die- höchsten Stellen anvertrauete, obgleichvon ihr allein das Wohl des Staats abhängt. Ein guter Minister wählet immer ange-messene Mittel, Die Umsicht hängt nur von dem wirklichen Umfange derKenntnisse ab. Beschränkte Köpfe werden stets durch die Wirklichkeitüberrascht, und sind nie auf etwas vorbereitet. So auch die Feldherrn!Da wo der Eine noch Mittel findet zu siegen, siehet der Andere blosdie Möglichkeit geschlagen zu werden. Man kann diese. Wahrheit nicht ab-leugnen; wie soll man aber die sublimen Köpfe herausfinden?' Es ist unmöglich, imVoraus genau die Grobe- des Genies zu bestimmen r allein es ist leicht die Spuren da-von zu entdecken. Tausend kleine Züge verrathen es dem, der ihm nachspüren will:und läfst man nicht ah Proben anzustellen, erlangt man eine hinreichende Kenntnifs,um nur mehr oder minder fähige Köpfe zu gebrauchen. Aus- dem was sie wirklich,leisten, läfst sich dann beurtheüen was sie leisten können.

Nur dem Könige allein kommen dergleichen Untersuchungen zu, weil nur Er vonbesonderem Interesse frei seyn kann. Auch, seine Minister sind hier nicht ausgenom-men. Er mufs dazu kluge Männer wählen, von reifem Aber, richtigem Verstände,gründlichen Kenntnissen und schnellem Ueberblick. Mit diesen siehet man sogleichein was Noth fhut. Die Aufmerksamkeit, welche der König diesem Theife weihet, über-hebt ihn einer Menge anderer Sorgen. Die Minister sind der Grundstein seiner Ver-waltung. Taugt dieser nichts, läfst sich; der allgemeine Umsturz blos. verzögern, abernicht verhindern.

Gleichmäfsig erfordern die Sicherheit, des Staats, der Glanz der Regierung die gröfsteAufmerksamkeit auf die zum Oberbefehl bestimmten Offiziere. Die gröfste Macht lafstin der Hand eines Oberhauptes ohne Talent Nichts erwarten. Nur die Natur vermag es