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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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ZU gewahre«, es Ist auf keine Weise zu ersetzen» Man mufs durch die gröfste Auf-merksamkeit auf <lie Beschaffenheit der geleisteten Dienste den guten Offizier erken-nen, mufs ihn, der ersten Spur folgend, in den Stand setzen, sich mehr zu zeigen, bisman so zum Ziele kommt. Bei dieser Art von Rechnung ist jedoch die hohe GeburtNull! Nur bei durchaus gleichem Verdienste darf man ihr den Vorzug geben: es istaber ein Irrthum, zu glauben, ihr Glanz könne mehr Ehrfurcht einflöfsen als das aus-gezeichnete Verdienst. Eine Armee, die Vertrauen in ihren Anführer hat, führet aufder Stelle alles aus was er befiehlt. Der König selbst kann keinen gröfsern Gehorsamerwarten. Hat der Adel sei» Leben hindurch nach besten Kräften mit Muthund Eifergedient, hat er am Hofe dem Könige zu gefallen gewufst, so gebe man ihm militairi-sche Würden um sein Bestreben zu lohnen. Den Oberbefehl des Heeres aber nurdenen anvertrauet, die auf der Bahn zu wandeln verstehen die dahin führet! DieseBahn sind eine Reihe Kriegsthaten, aus denen sich das jener hohen Bestimmung ent-sprechende Genie erkennen läfst. Das Dienstalter kann nur bei Beförderung derer zurRichtschnur dienen, die sich durch nichts ausgezeichnet haben»

Der König von Spanien hatte den Herzog von Bexwick verlangt, um ihn an.die Spitze seiner Truppen zu stellen. Er konnte jedoch nicht mehr als 4 ° Schwadro-nen Reiterei zysamnjenbringen und den Feind damit beobachten: denn die ganze In-fanterie lag in den Festungen vertheilt. Eine Menge Festungen gieng verloren, undder Erzherzog ward in Madrit als König proklamirt. Sobald jedoch die Truppen ausFrankreich anlangten, und der Marschal Berwick sich nun an der Spitze von 49 Ba-taillonen und 78 Schwadronen sähe, änderte er die Rolle, und ward aus dem Verfolg-ten nun der Treiber. Er nöthigte den Feind, Madrid und ganz Kastilien zu verlassen,indem er ihn zugleich hinderte sich nach Portugal zu ziehen. Er drang hierauf selbstbis in Valenzia, wo er Orignela und Carthagena eroberte: Vortheile, die sich nach dembei Barcelona erlittenen Verluste nicht erwarten liefsen, und die der König von Spa-nien nur dem klugen Verhalten des Herzogs von Berwick verdankte.

Der Anfang des Feldzuges in Italien war sehr glänzend gewesen. Der Herzogvon Vendöme hatte am 17, April drei Quartiere der Kaiserlichen überfallen: manmachte es ihm aber zum Vorwurf, dafs er die gänzlich in Unordnung gebrachten Fein-de nicht verfolgt hatte wie er wohl konnte. Der Prinz Eugen bekam vielmehr Zeitdie Flüchtigen zu Roveredo zu sammlen, und die aus Deutschland kommenden Trup-pen an sich zu ziehen. Späterhin hatte der Herzog von Vendöme nicht dasselbeGlück bei Verteidigung der Etsch, wo schon vor ihm Catinat gescheitert war. Durchmehrere Verstärkungen war ihm der Prinz Eugen überlegen geworden; letzterer giengdaher am 12. July über die Etsch und am 16. bei Pofesella über den Po. Da Ven-döme auch den oberen Mincio bewachen mufste, um das Mailändische gegen ein an

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