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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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gezwungen haben, Hütte er sich gegen die Alpen gezogen, fehlte es ihm an Unter-halt, weil wir alle feste Posten inne hatten: Susa, Fenestrelles, Exiles, Pignerol.

Wäre die Belagerung besser geführet worden, oder hätten wenigstens die Cir-cumvallationslinien ein besseres Widerstandsvermögen besessen: wäre uns einglänzender Erfolg, anstatt des traurigen Unfalles zu Theil geworden. Die Eroberungder Festung blieb immer ein schwieriges Unternehmen, Sie vereinte auf der angegrif-fenen Seite alle bis jetzt bekannten und angewandten Vortheiie der Befestigungskunst,und ward durch eine starke Besatzung kräftig vertheidiget. Die niedrigen Wälle konn-ten nicht gesehen und daher auch nicht herunter geschossen werden. Die ganze An-griffsseite war miniret, und der Mangel an gehöriger Vorsicht führte grofsen Verlustund grofsen Aufenthalt herbei. Die gtöfsten Fehler aber sind: zwanzig Tage mit Zu-bereitungen vor der Festung verlohren zu haben; sieben bis acht Tage höchstens,bis zu Eröffnung der Laufgräben, sind hinreichend; ein General unter den Verhältnis,sen des Herzogs von la Feuillade bedurfte viel weniger. Dann: dafs die Festungnicht gleich anfangs gänzlich eingeschlossen ward. Sie hätte sich in diesem Falle nocheinen Monat vor Ankunft des Flerzogs von Savoyen ergehen müssen: und anstattvier Monate fruchtlos vor. ihr zu verweilenhätte man sie in höchstens zwei und ei-nem halben Monat sicher erobert.

Achttausend Bauern hätten mit Unterstützung der Soldaten binnen drei Monaten Werke,aufführen können, die der Feind hätte achten müssen: oder er würde für seine Kühn-heit hart bestraft worden seyn. Drei oder vier meiner F le sehen- Reduten auf demTerrain zwischen der Dora und Stura hätten allen Anstrengungen des Feindes wi-derstanden: sie hätten eine starke Linie gebildet, deren vorspringende Th eile so gut un-terstützt werden können, dafs es aufser der Reihe der Möglichkeiten lieget sie mit Ge-walt zu erstürmen. Aus dem oben Gesagten ist schon der mögliche Grad von Stärkedieser Reduten bekannt; es kommt daher noch blos darauf an: sie in Verbindung meh-rerer, und durch Truppen unterstützt, darzustellen.

Setzt man ein belagertes regelmäfsiges Achteck, in einer von einem Flusse durch-schnittenen Ebne voraus: wird der Umfang der ganzen Linie 8600 Toisen (21500Schritt) ohngefähr betragen, und durch 16 Fleschen • Reduten, durch gerade Linien ver-bunden, und etwa 500 Schritt von einander entfernt, beherrschet werden. Die Belage-rlmgsarmee bestehet aus 64 Bataillonen und 80 Schwadronen: etwa gegen 45000 Mann,.Von diesen werden 6 Bataillone und 8 Schwadronen zu Besetzung der Laufgräben,6.Bataillone aber und 6 Schwadronen zu Bewachung des nicht angegriffnen Theilesder Linie bestimmt: sobald man aus der Stellung des, Feindes, in der Nähe jener, miteiniger Sicherheit schliefsen kann, gegen welchen Theil des Umkreises er seinen An-griff richten wird?