Buch 
Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
Entstehung
Seite
110
JPEG-Download
 

fen, was sie aufbringen können; jedoch, nichts ahzukaufen oder machen zu lassen, wasviel Zeit erfordert, und daher nur einen zwecklosen Aufwand herbei führen würde.

Ich billige die Anlegung eines verschanzten Lagers vollkommen. Obgleich ichmit Ihnen wünsche, es nach Ihren Grundsätzen ausgeführet zu sehen: mufs mandoch fürchten , dafs der Feind Ihnen nicht Zeit dazu lassen wird. Sie müssen Sichin diesem Augenblick begnügen, die Anlagen nur so gut es angehet, und mit der gröfs«ten Ersparnifs zu machen.

Die Ausschreibung der Tagearbeiter mufs ohnverziiglich, jedoch mit möglichsterBeachtung der Erndten geschehen. Diese letztere Rücksicht mufs in sofern derNothwendigkeit, sich zu verschanzen, weichen, als die Einwohner ohnedies ihre Ernd-ten-verliehren, wenn es dem Feinde gelingen sollte einzubrecheu. Ich bitte Sie je-doch: hier mit aller hur ersinnlichen Klugheit zu verfahren und Sich auf das durch-aus Nothwendige zu beschränken. Betreiben Sie vorzüglich die Ausführung der, voreiner Fronte derCitadelle angefangenen Erd werke: und schicken Sie mir gefälligst einegenaue Darstellung, mit einem beigeingten Plane der von Ihnen zur Verteidigungder Insel entworfenen allgemeinen und besonderen Anstalten. Schlüfslich rechne ichdarauf; dafs Sie alles anwenden werden, die Absichten des Feindes zu vereiteln.

Marly, den 29. Juni 1761.

2. Der Marquis von Montalembert an den Herzog von Choiseul.

Ew. etc. Schreiben vom 29. vorigen Monates habe ich zu erhalten die Ehre ge-habt: und werden Sie aus meinem vorhergehenden uml der ihm beigefügten Schriftgefälligst ersehen, was inan meines Dafürhaltens für den Fall eines Angriffes liierfürchten und hoffen darf. Ich werde gewils alles thun, w'as ich nur kann; erlaubenSie mir aber, Ihnen zu bemerken: dafs Sie mich bei meiner Absendung hierher hof-fen liefsen,'ich würde von den Herrn von Senecterre und Baillon jede verlangteUnterstützung an Truppen, Munition und anderen Bedürfnissen erhalten. Alleintlieils verweigerte man mir jene, theils schicket man sie langsam und in kleinen Quan-titäten. Die von mir geforderten Bedürfnisse stehen durchaus in keinem Verhältnismit den von mir entworfenen Arbeiten: sie sind blos auf das dringendste Bedürfnis be-schränkt worden. In Rücksicht Ew. etc. dem Marschal von Senecterre gegebenenBefehles, nichts zu neuen Anlagen anzuschaflen, weil man nicht Zeit haben würdesie auszuführen: hat man in meinem Anschläge alles Holz zu Blendwerken und zuHängeböden in den Gewölben für die Soldaten gestrichen. Wären die Kasematten inder Citadelle von Belle-Isle nicht über Ein Jahr vorher auf diese Weise gesichert wor-den: hätte sie sich nicht vier Tage halten können. Die gew'ölbten Pulvermagazinehaben keine Blendwerke, obgleich man hier allgemein die Meinung hegt: das gröfse-