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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Augen, und man macht folgenden sonderbaren Schlufsi „die Festungsgeschütze stehen„höher als die Kanonen des Belagerers; folglich sind die Schüsse der letztem steigend,„und gehen über Geschütz und Laffele hinweg.“ Allein hier kommen zwei Fragen inBetracht: wie hoch ist der Wall? und wie weit stehet das feindliche Geschütz von dem-selben? Wäre der Wall sehr hoch, und ihm die feindliche Batterie sehr-nahe; würdenallerdings die Schüsse nichts hinter der Brustwehr treffen, und beide Batterien könnten ein-ander gegenseitig keinen Schaden thun. Sobald hingegen der Wall, im Verhältnifs desAbstandes der feindlichen Batterie, nicht sehr hoch ist: wird jeder fühlen, dafs die gegendie Krone geschossenen Kugeln nicht sehr von der Horizontallinie abweichen können, wieauch schon im ersten Theile, S. 154, mit mehreren! erläutert worden ist; und die hinterder Brustwehr stehenden Geschütze werden bis auf 2-’- Fufs tief getroffen.

Diese Nachtheile sind so allgemein bekannt, dafs die Wall-Laffeten des Herrn vonFalliere, zum Ueberbankschiefsen, nur ans Achtung gegen diesen Oberbefehlshaberder Artillerie angenommen wurden. Man nahm aber bald wahr: dafs die Laffete mitdoppelten Wänden (ü faux fiat ques') wegen ihrer grofsen Höhe nicht dauerhaft ge-nug war; und dafs die andere zu hohe, und folglich sehr zerbrechliche Räder von 7 bis8 Füfs Durchmesser erfordert, um das Geschütz bis über die Brustwehr zu erheben. Diesgab höchst wahrscheinlich zu Erfindung der neuen Wall-Laffete Fig. 1, Tab. XXXVII.Veranlassung. Man gab den Wänden derselben etwas mehr als die doppelte Höhe der ge-wöhnlichen Laffeten, und machte sie den Schiffslaffeten ähnlich, indem man hinten nochein drittes Rad von 32 Zoll Durchmesser anbrachte, und den beiden grofsen Rädern nocheine Höhe von 4 Fufs 2 Zoll liefs. So bestehet die neuere Laffete aus beiden des Herrnvon Valliere, der man noch ein drittes Rad beigefügt hat: ein Nachtheil, der wenigsfcnseben so grofs ist, als alle die übrigen die man aus dem Wege zu räumen suchte.

Neben der Absicht die Schiefsscharten zu vermindern, haben die hohen Laffeten auchnoch die: unerwartet, auf einem dem feindlichen Feuer weniger ausgesetzten Walltheileeine neue Batterie anzulegen. Man darf keine Scharten einschneiden: der 'Feind wirddurch keine dergleiche Arbeit von der Anlage der Batterie unterrichtet. Dies bedarf esaber auch nicht, sobald von der Angriffsseite die Rede ist; der Belagerer hat dennochschon Geschütz bereit, die Kanonen des Belagerten zum Schweigen zu bringen. SeineRikoschet-Batterien bestreichen alle Werke desselben. Diejenigen Punkte, gegen welcheer keine Kanonen aufgestellt hat, vermögen auch nichts gegen die Laufgräben. Es istdies folglich nur ein Scbeingrund. Der Vortheil, eine solche Batterie in Einer Nacht auf-stellen zu können, würde zum Ueberflufs durch die Wirkung der feindlichen Rikoschet-Batierie in wenig Stunden verschwinden, nach deren Verlauf alle die hohen, dreiräderigenLaffeten umgestürzt sind. Man kann wohl schwerlich die Kanonen auf ein gebrechlicherGerüste legen; denn wählt man dafür den zu meiner Laffete gehörigen Bock (Tab. XXXIX.