schütz durch eine einzige Kugel umgestürzt werden kann. Es fragt sich, welche von denbeiden Artillerien länger Widerstand leisten wird: die, welche dicht auf der Erde stehendein lebhaftes Feuer macht, ohne durch den Rücklauf gestört zu werden: oder die andereauf einem höchst zerbrechlichen Gerüste, das bei jedem Schüsse 8 bis 15 Fufs zurückläuft? Dieser Fall findet bei allen Postengefechten statt, die sich öfters blofs auf das Ge-schütz beschränken, oder wenigstens damit anfangen, indem der Angreifende zuvörderstdie Ueberlegenheit über den Vertheidiger zu bekommen sucht, damit seine Kolonnen mitdesto mehr Ruhe sich entwickeln und anrücken können: als wenn sie ein heftiges Feuerauszustehen haben. Sie werden dadurch so grofaen Vertust erleiden, und sich durch dieVorzüge des besser eingerichteten Geschützes sehr bald zum Rückzüge gezwungen sehen.Dies ist wohl kein unwichtiger Vortheil, der unbezweifelt ans der abgeänderten Einrich-tung des Geschützes her fliefst. Der Gegenstand verdient folglich eine sorgfältige Unter-suchung, frei von allen Vorurtheilen für die herkömmlichen Einrichtungen. Man mufsdie triftigen Einwürfe gegen die letztem nicht durch offenbar schlechte Gründe zu wider-legen suchen. So findet sich in der Encyclopädie ein auffallendes Beispiel, Schwierig-keiten in Absicht der leichten Geschütze zu heben. Wegen ihres starken Rücklaufes sol-len sie nicht auf den schmalen Wallgängen der Feldwerke zu gebrauchen seyn, und wegen ih-res kurzen Rohres nicht hinter Schiefsscharten gestellt werden können. Hierauf wird ge-antwortet: „man solle Bettungen legen, die hinten viel höher sind als vorn, und man solledie Räder abziehen und das Geschütz mit der Achse auf zwei Balken legen, auf denen esfolglich einen freien Rücklauf hätte.“ Allein, eine sehr vorwärts geneigte Bettung würdeeinen starken Holzbau erfordern, der durch den heftigen Rücklauf nicht zertrümmertwürde. Dabei wäre immer noch die Beschädigung der Laffeten durch letzteren zu besor-gen. Noch schwieriger dürfte die andere Vorrichtung mit den in die Scharten gelegtenBalken seyn, auf denen die Laffete mit der Achse ruhen soll. Der Riickstofs ist sehr hef-tig: es bedarf grofser Vorsicht, damit er geschwächt und nicht das Geschütz durch ihn vondem Gerüste herab geworfen wird. Meine Laffete hat dagegen den Vorzug, durchSchiefsscharten, oder über Bank feuern zu können. Man läfst sie auf ihren vier Rädernstehen, oder nimmt sie herunter, und bringt die Räder während des Gefechtes hinter ir-gend einer Terrainerhöhung in Sicherheit. Nichts ist leichter, als das Geschütz wiederauf die vier Räder zu legen. Während sich die Laffete auf dem hintern Theile des Rah-men befindet, hebt man den vordem Theil auf, und befestigt ihn an die Achse der gro-faen Räder. Nachdem nun die Laffete mit dem’ Geschütze vorwärts geschoben worden,läfst sich das hintere Ende des Richtbaumes leicht auf den Protznagel des Vorderwagensbringen. Die ganze Arbeit ist weder langweilig noch mühsam, und geschieht jedesmalsobald man sicher ist von dem Feinde nicht überlaufen zu werden. Das Räderwerk bleibtdann auch im heftigsten Feuer unbeschädigt, während die gegenseitige Artillerie in derVierter Band. D
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