Buch 
Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
Entstehung
Seite
45
JPEG-Download
 

tenwände des Schiffes befestigt, hängt die ganze Schwere des Geschützes an den letztem,sobald das Schiff im Gefecht unter dem Winde liegt: und die Verbindung des Bords mufsdurch jene, in Verbindung mit dem abwärts gehenden verstärkten Rücklauf, nun doppeltleiden. Die gewöhnliche Laffete kommt bei dem Vorbringen nie von - sich selbst, undnie in ihrer vorherigen Richtung in die Stückpforte zurück; ja, sie würde bei unruhigerSee sich vielleicht nach der Länge neben dem Bord stellen, wenn sie nicht die vorerwähn-ten Taue in der geraden Stellung erhielten. Die neue Laffete im Gegenlheil kann sichnur allein läng3 des. Rahmens bewegen; sie mufs durchaus in der ihr einmal gegebe-nen Richtung bleiben, beim Rücklauf wie bei dem Vorbringen. Bei der üblichen Laf-fete ist das Nahmen der SeLtenrichtung sehr beschwerlich, und kann nicht ohne Beihülfevieler Menschen geschehen. Die neue Laffete wird nöthigenfalls von Einem Manne amRichtbanme, sehr leicht aber von Zweien in jede verlangte Direction gebracht. Dafs da-durch die Bedienung über allen Vergleich erleichtert und das Feuer beschleuniget wird,fällt wohl jedem von selbst in die Augen.

Dennoch war meine Laffete gänzlich vergessen worden. Bei jeder neuen Erfindungverdrängen scheinbare oder eingebildete Nachtheile sehr oft die wirklichen Vortheile, vor-züglich wenn man genöthigt ist alte Gebräuche aufzugeben, und sich an ungewohnteHandgriffe zu gewöhnen. Wer alles zu wiesen glaubt, mag nicht lernen! Daher jeneschiefen Urtheile; daher alles Mifsbilligen dessen, was auch noch so nützlich werden könnte.

Erst nach fünf Jahren (1797) ward die Prüfung dieser Laffete angeordnet. Allein diegröfsere Geschwindigkeit des Feuers, und die verringerte Zahl der Bedienungsmannschaft,die beiden Hauptzwecke, welche ich bei meiner Einrichtung vor Augen hatte, und —nicht ohne gehofften Erfolg — zu erreichen strebte, wurden bei dieser Prüfung nicht ge-hörig beachtet.

1) Hatte man blofs einen Sechsunddreifsigpfünder auf einer Richtbaumlaffete,, aberkeine Kanone auf einer gewöhnlichen Schiffslaffete.

ffl) Eä ward nicht schnell hinter einander, sondern mit langen Zwischenräumen drei-mal gefeuert. Dies war ganz unnütz: denn ich hatte schon ira Jahr 1780 auf der InselAix 150 solche Laffeten verfertigen lassen, mit denen am 7. October 1781 über 500 Schuf«sehr rasch geschahen, ohne dafs auch nur einer Laffete etwas widriges begegnete. Manbesetzte nachher die unterste Batterie des neuen Forts Houmet zu Cherbourg mit die-sem Geschütz, und gebrauchte es täglich. Welches Resultat konnte demnach jener neuereVersuch noch geben ?

5) Waren die Kanoniere völlig mit dieser Art von Laffete unbekannt. Sie begingendaher bei der Bedienung stets Fehler, durch die Zeitverlust entstand, so dafs die möglicheGeschwindigkeit des Feuers völlig unbekannt blieb, auch keine Vergleichung mit der ge-wöhnlichen Schiffslaffete statt fand.