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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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66
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eher der vornehmste lind wichtigste Unterricht der angehenden Ingenieurs besteht, erfülltihren Zweck nie (Man sehe hierüber Thl. 2. S. 8 2 )* Ist man hingegen bedeckt, hatman kein Ueberhöhen zu fürchten: so bedarf man keines Oefilirens. Mag es im-merhin Bomben und Kugeln regnen: jedermann ist geschützt, schlaft ruhig in einer sol-chen Festung, wo ein sicherer und gesunder SchlaT den Soldaten erquickt und ihn ge-sund erhält.

Von der gröfsten Wichtigkeit ist der Umstand, dafs man durch die bedeckte Befe-stigungsart auch dem kleinsten Fort dieselben Vortheile verschaffen kann. Der Marschalvon Sachsen giebt in seinen Reverien 40 Toisen grofse Reduten mit Bollwerken an,deren Schwäche aber (Thl. III. Kap. 3.) gezeigt worden ist. Alan kann aber mit demsel-ben Umfange ein bedecktes Fort (Tab. XV 11 I. Fig. i.) erbauen, das auf seinem halbenUmkreise 256 Kanonenschüsse auf einmal thun kann, und gegen dessen Geschütz wederdie Kugeln noch die Bomben des Feindes etwas ausrichten. Die Fors Tab. XXVI. habennur 90 Fnfs Halbmesser, und gestatten dennoch, 46 bis 60 Geschütze gegen Einen Punktzu richten. So klein auch ein solches Fort immer 6eyn mag, gewährt es doch jederzeitden Vortheil des gTÖfsern Umkreises, die Erhaltung des Geschützes.

Die neue Befestigungsweise bietet demnach ein neues Mittel dar, unsere Grenzfestun-gen durch 1000 Schritt weit vorgelegte Werke gegqji die Verheerung durch feindlichesBombardement zu schützen. Auf diese Entfernung können die Forts nicht eingeschlos-sen werden: sie würden eine längere Belagerung aushalten, als selbst die stärkste Festung.Hieraus folgt keinesvveges, dafs man die Grenzfestungen schleifen soll, um sie nach derneuen Art wieder aufzubanen. Nein, man soll sie blofs dadurch verstärken. Wollte manjedoch den Umrifs nach dem neuen Systeme der Schule von Mezieres umschaiTen,müfste man durchaus vorher den Hauptwall und die Aufsenwerke niederreifsen. Dennalle bis jetzt gebauete Festungen haben so kleine, unregelmäßige und mißgestaltete Boll-werke, das man unmöglich etwas davon bcibeb.ilten könnte. Selbst bei den von Vaubanerbaueten Festungen: Bethune, Arras, Cambray, Valenciennes, Lille, Landrecies, Lequesnoi,Strafsburg, findet dieses statt; kaum drei oder vier haben einen etwas regelmäßigen Um-rifs, obgleich in geringeren Dimensionen als bei der neuen Form. Mufs man aber ein-mal schleifen, so bleibt wohl immer eine Befestigungsart vorzüglicher, bei der.die altenBollwerke beibehalten und blofs &ehr verstärkt werden.

Sobald man aber behauptet, die ehemaligen Formen bestehen lassen zu müssen, sowie sie sind, mufs man eie auch beständig ausbessern. Daraus entstehen alljährlich be-dentende Kosten, wofür man nie etwas anders als äufserst schwache Befestigungswerkehat. Besser wäre es, für jenes Geld stückweise zu bauen, um so kräftige bedeckte Feuerzu erhalten, dafs der 1 Feind vor ihnen nicht im Stande ist, einen Angriff zu führen. Sowürden unsere schlechtesten Festungen nach und nach ein gröfseres Vertheidigungsver-