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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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die gar nichts zur Vertheidigung Leitragen. Denn durch diese dreie wird dasBollwerk bedingt.

Um nun den Umrifs mit Bollwerken zu bilden, mufs der Kreis, nach Verhältnifs desHalbmessers, in eine Anzahl Seifen, jede von igo Toisen, getheilt werden, damit die Be-festigung ihr gehöriges Verhältnifs bekommt: d. h. zwei Flanken, jede zu ungefähr27 bis 30 Toisen, während der Umrifs der Fronte 215 bis 220 Toisen beträgt. Hier-aus folgt:

1) Dafs von jeder Seite, die sao Toisen Wall begreift, nur höchstens 60 Toisen zurVertheidigung bestimmt sind, die sie nicht leisten: denn bei der Belagerung von Ath wardder Uebergang über den Graben gar nicht durch die Flanken gehindert.

2) Hat die Vielecksscite nicht diese Länge: werden auch die Facen und Flanken kür-zer, so dafs sie nur 8 bis 10 Toisen haben, welches bei dem Umrisse mit Bollwerken alsein Hauptfehler angesehen wird.* Der wahre Nachtheil liegt jedoch hier in der Kleinheitdes Bollwerkes, dessen innerer Raum, Von feindlichen Kugeln und Bomben überschüttet,keinen Truppen den Aufenthalt gestattet. Kleine Bollwerke sind blofs zur Vertheidigunggegen den Sturm vorteilhaft, weil es dem Angreifer an Raum fehlt, sich zu entwickeln undden Verteidiger zu überflügeln. Sie müssen demnach während der ganzen Belagerunggrors seyn, und nur zuletzt sehr klein werden, um die Bresche zu verteidigen und denSturm abzuschlagen.

3) Hat der zu befestigende Kreis nur 127 Toisen zum Halbmesser: kann man nichtmehr als vier Seiten mit Bollwerken und 4 Ravelinen daraus construiren; das schlechtesteund schwächste aller Vielecke. Bei 153 Toisen Halbmesser bekommt man fünf, und beiißo Toisen Halbmesser sechs Bollwerke. Das Achteck bedarf einen Halbmesser von 23Toisen, wie ihn Neubreisach hat.

Man sieht von selbst, in welchen Irrgarten die Befestiger durch die Anwendungder Bollwerke geraten sind. Denn abgesehen von der Notwendigkeit, den einzelnenTheilen jeder Fronte verschiedene Verhältnisse zu,geben, konnten sie nur Ein Ravelinanbringen, das nichts deckt, da es mit dem andern nicht zusammen hängt, sondern umso gröfsere Zwischenräume hat, je kleiner der Halbmesser ist. Ie weiter aber die Rave-line aus einander liegen, um so geringer ist die Widerstandsfähigkeit der Festung, wo-durch diese Befestignngsart an sich selbst in ihrer Grundlage fehlerhaft erscheint. Dennbei ihr wächst die Stärke nur mit der Gröfse des zu befestigenden Raumes, während diekleinen Festungen öfter Vorkommen, weniger Kosten und eine schwächere Besatzung er-fordern.

Den vielen Mängeln dieser Befestignngsvveise murs man noch die Unmöglichkeit bei-fügen, sie selbst in der Ebene gegen die Schleuderschüsse, und noch weniger gegen dieSenkschüesc nahe liegender Anhöhen zu sichern. Die Kunst de8 D efi!einents, in wel-

Viencr Band. I