Buch 
Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
Entstehung
Seite
78
JPEG-Download
 

„sthütz eie Contrebatterien nur von unten aufwärts fassen, und hat deshalb keine„Wirkung.“

Anmerk. Es ist eigentlich hier blofs die Rede von einer nledern, oben offnenFlanke einiger alten Festungen, hinter einem kleinen Bollwerksohre angebracht, die nurdrei Kanonen aufzunehtnen vermag, und deshalb von den 6 Kanonen des Belagerers leichtzcm Schweigen gebracht ward. Der im Texte angegebene Grund ihrer schnellem Zerstö«rung ist sonderbar: und es läfst sich schwer begreifen, wie der Verfasser darauf kommt,anzunehmen, dafs von unten aufwärts schiebende Kanonen keine Wirkung thun. Die Er-fahrung aller Zeiten lehrt vielmehr, dafs bei Belagerungen das Geschütz des Belagerers alleYertheidigungswerke zerstört, obgleich es nur von unten aufwärts schiefaen kann. Die ge-ringe Wirkung jener Flankengewölbe entspringt vielmehr daher, dafs sie zu wenig Ge-schütz enthalten, und dafs dieses in den engen finstern Löchern nicht gehörig bedientund gebraucht werden konnte. Man darf sich darüber nicht wundern, und es konntenicht anders seyn. Man hat daher auch sehr wohl daran gethan, den Gebrauch jenerschlechten Kasematten zu verlassen, die eigentlich nicht den Namen von Vertheidi-gungsgewölben verdienten.

Hätte es jedoch der Verfasser des Traite complet der Mühe werth gehalten, meine111. Kupfertafel nachzusehen, würde er unter der Bollwerksflanke eine Kasematte mit 20bedeckten Kanonen gefunden haben, deren innere offne Seite dem Rauche einen freienAbzug giebt; er würde ähnliche Kasematten unter den Faqen der Bollwerke und des Ra-velins gesehen haben, deren ganzes Geschütz sich gegen die Breschbatterien auf dem Gla-cis vereinigen und sie mit einer Ueberlegenheit von 5 bedeckten Kanonen gegen Eine un-bedeckte angreifen kann. Hätte er mein ganzes Werk durchlesen, wie ea wohl nothwen-dig war um eine vollständige Abhandlung schreiben zu können, würde er man-ches erfahren haben, wovon er durchaus keinen Begriff zu haben scheint. Was er jedocheigentlich wohl wissen sollte, ist: dafs es weit vorteilhafter ist, mit dem Geschütz vonunten aufwärts zu schiefsen als abwärts, weil in dem erstem Falle der Schufs zerstören-der ist als in dem letztem, wo die Kugel blofs ein Loch macht.

Dasselbe läfst sich auch von der von ihm behaupteten Unmöglichkeit sagen, Kase-matten unter den Eianken anzubringen, die grofs genug für mehr als drei Kanonen sind.Hätte er Ment-Rozarts treffliches Werk gekannt, würde er dort eine kasemactirte Flankefür sechs Kanonen gefunden haben, deren innere Seite offen ist, um dem Rauche freienAbzug zu lassen. An dieser Einrichtung läfst sich nichts tadeln, als dafs die Gewölbe aufder Schildmauer ruhen, die deshalb sehr stark werden mufs. Das läfst sich jedoch leichtabändern, wie ich bei meinen Kasematten gezeigt habe, deren Widerlager der fnttemrauerzugleich als Strebepfeiler dienen, und ihr eine um so gröfsere Standfestigkeit geben. AnMout-Rozards Achteck hätte der Verfasser lernen können, wie man Kasematten an-