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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Lafst uns hieraus folgern, dafs die Zerstörung der Breschbatterien des Belagerers dervornehmste, ja der Einzige Zweck der Vertheidigung sey. Sind diese Batterien vernich-tet, so tritt der Fall der ehemaligen Wandelthürme ein, wenn sie von den Belagerten ver-brannt oder um gestürzt wurden. Die neuern Kriegsbaumeister seit Erfindung der Feuer-geschütze haben dert gröbsten Vorzug der früheren Vertheidigungskunst aus dem Gesichteverloren: die Möglichkeit, das Zerstörungsmittel des Belagerers, dieBresch-batterie, zu vernichten. Hieraus fiiefst der allgemeine Grundsatz: dafs jede Befssti-gungsart unzureichend ist, die dem Belagerten nicht die Mittel verschafft, die feindlichenBreschbatterien durch eine überlegene Geschützzahl anzugreifen. Einige Tage mehr oderweniger Widerstandsdauer sind keiner Rücksicht werlh. Man mufs sich mit Recht ver-wundern, wie unterrichtete Ingenieur-Officiere sich mit Berechnungen quälen können,' aufblofs willkürliche Annahmen begründet, um den hohen Werth einer Anordnung der \tarkezu erweisen, die sich höchstens acht Tage länger zu halten vermögen. Sie gestehen jaselbst ein, dafs die Eroberung des ältern Sechseckes nur 17 Tage, und die der neuesten,verbesserten und nochmals verbesserten Befestigungsweise nur 22 Tage Zeit erfordert. (S.Zweiter Theil S. 12 u. folg)

Es giebt jedoch Ein Mittel, den Widerstand unüberwindlich zu machen! DiesesMittel findet sich in den vorhergehenden drei Theilen meiner Befestignngskunst, andbestellt darint die Batterie durch ein zehnmal stärkeres, bedecktes Feuer anzugreifen. Diegewölbten Flanken und die grofse kasemattirte Mauer machen die Anlegung jener Batte-rie durchaus unmöglich (S. ThI. 1 . S. 197. 224. Tlil. II. S. 53. 85. 88- 99.); der Feindkann daher die Umfassung nicht öffnen, und auch die Festung nicht zur Uebergabe zwin-gen. Nur allein auf diese Art lassen sieb Festungen anlegen, fähig den einzigen Zweckihrer Erbauung zu erfüllen, d. li. dem Feinde ein unübersteiglichee Hindernifs entgegenzu setzen.

Nachdem ich auf diese Art meine Meinung über die Bollwerke überhaupt geänderthabe, und über die Darstellung derselben im Tratte complet, will ich noch einigeStellen desselben anführen, mit meinen Bemerkungen begleitet, um die darin vorgetrage-nen Sachen nach ihrem wahren Gebalte zu würdigen.

No. 74. S, 46. ,,Nach dem in den vorhergehenden Nummern Gesagten wird man„einseken, dafs die bedeckten Flanken unmöglich eine gute Vertheidigung gewähren„konnten, weil die gröfsten nur drei Kanonen fafsten, denen der Belagerer sechs entgegen„setzte. Es ward dadurch nothwendig, ihr Geschütz zu vermehren, wozu man im Er-nsten Augenblicke Gewölbe unter den Flanken anlegte. Sehr bald nahm man jedoch wahr,„dafs diese sehr kostbaren Kasematten nicht nur die Vertheidigung der Flanke nicht erhö-„heten, sondern vielmehr ihre Zerstörung beschleunigten. Da man sie nämlich sehr tief„legen mufs, um die Erde des Walles darauf schütten zu können, kann ihr Ge-