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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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114
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ich Entwürfe für Cherbourg, für Pondichery und mehrere andere Orte gegeben. Es er-scheint übrigens vortheilhaft, hier den Holzbau vorzuziehen: weil ein solches, auf hölzer-nen Stielen ruhendes Fort durch Anzünden des Holzwerkes leicht zerstört werden kann,damit der Feind sich seiner nicht gegen die Festung bedient.

Vorwerke dieser Art haben einen grofsen Feldherrn, den Marschal von Sach-sen, zum Gönner: ein Genie seltner Art, dessen Träume voll neuer und trefflicher Ge-danken sind. Bei seinem Entwürfe zu einer Festung hat er nicht die gangbaren Befesti-gungsarten zu Rathe gezogen, die bei allen vorgegebenen Abänderungen doch immer die-selben sind; er giebt ganz neue Gedanken, die einer sehr glücklichen Anwendung, fähigsind, wohin man vorzüglich seine Kasematten und bedeckten Batterien rechnen mufs.Auch die Thürme, welche seine äafsere Umfassung von 1000 Toisen Halbmesser bilden,erscheinen als rohe Umrisse eines schöpferischen Genies, deren besondere Ausführung an-deren überlassen bleibt. Sie sind 90 Fuls hoch, und beherrschen die Umgegend so, dafsman sich schwer gegen sie decken kann. Sie durch das Geschütz zu zerstören, würde vielMühe und Zeit erfordern: denn »ie sind bis auf eine Höhe von »5 Fufs massiv; weiteraufwärts sind sie gegen die feindliche Seite 15 Fufs dick, gegen die Festung bin aber ha-ben sie bloTs die Starke eines Mauersteines. So wie sie sind bieten sie den feindlichenStückkugeln wegen ihrer runden Form nur wenig Fläche dar, - und müssen nothwendigdie Laufgrabenarbeiten sehr hindern; sie können aber noch mit einem kreisförmigen Wallevon 9 Fufs Höhe umschlossen werden, den man mit Geschütz besetzen, und alsdann dieThürme weiter aus einander legen kann. ^

Unter allen Umständen ist die Art, die Festungen mit vorgeschobenen Werken zuumgeben, ein sicheres Mittel, ihren Widerstand zu verlängern, ja die Eroberung ganz! un-möglich zu machen. Es erscheint besonders bei jenen schlechten Oertern als wesentlichnothwendig, die in ihrem eigenthümlichen Zustande fast ganz vertheidigungslos sind.Man darf daher nicht säumen, hier schon bekannte Mittel anzuwenden, oder neue undbessere zu erfinden: dadurch-muts sich das Genie der Ingenieure bethätigen.

Meine Entwürfe weichen hier ganz von den ihrigen ab, die nichts als blofse Redutensind. Ich habe diesen Gegenständ vollständig bearbeitetman darf nur den Willen habenmeine Arbeiten zu gebrauchen. Schon die Aeufeerungen des Marschais von Sachsenüber diesen Gegenstand hätten alle Ingenieure antreiben sollen, diesen Theil der Verthei-digungskunst zu bearbeiten; ihre Sorglosigkeit, oder der Mangel an Hülfemitteln haben je-doch bis jetzt alles gelassen wie es war.

Hier spricht aber der General Michaud davon, die umliegenden Höhen des. Hafensvon Cherbourg durch verschiedene Forts zu behaupten, und den Feind fern zti halten. Ichhabe dies schon im Jahre 1778 geäufsert, ohne dafs Er es erwähnt. Wahrscheinlich meinter etwas anders als Reduten mit unbestrichenen Gräben, - die sich augenblicklich erstürmen