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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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118
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Text. Considerat. p. 228 - (Uebers. S. 257.)Wir haben die Beweggründe an-t ,gezeigt, welche die Ingenieure Europens wieder zu dem Umrisse mit Bollwerkenzuriickfiihren mufsten.

Es ist mir unbekannt, dafs dies geschehen sey. Wenigstens sollten die Schriftstellerangegeben seyn, welche von jenem abgegangen waren. Ich kenne jemanden, der, seitdemer die Consider ations j; olitiques et mili taires gelesen hat, mehr als je davonentfernt ist. Darf man wohl annehmen, dafs Scheiter, Rimpier, der berühmteLandsberg *), Blondei und mehrere andere, die durch Zangenwerke befestigten, soleicht von ihrer Befestigungsweise abgehen würden, die sie den längst vor ihnen bekann*ten Bollwerken vorzogen.

Blondel, der General-Major und Lehrer des Dauphins (Sohnes Ludwig XIV.) war,schrieb 16691680, und erzählt zuvörderst seine Unterhaltungen mit den geschicktestenIngenieuren jener Zeit über die Mängel der gangbaren Befestignngsweise und über dieMittel dagegen. Er sagt S. 26:'Man wird hier einige der vornehmsten Grundsätze derausübenden Befenigungskunst finden, über die wir alle einig waren.

Es ist immer von den Kriegsbaumeistern als bestimmt angenommen worden, dafsder Streichwinkel, der sonst auch der Zangenwinkel (Vangle de la teuaille) beiTst,am besten ein rechter seyn müsse, und dafs jeder andere Winkel nur in sofern Werthhat, als er dem rechten näher kommt. Wir haben daher geurtheilt, dafs man nur imäufsersten Nothfalle stumpfe, oder auch rechteckige Bollwerke machen dürfe, weil da-durch der Streichwinkel zu sehr geöffnet und eine zu schräge Vertheidigung erzeugt wird,die länger und deshalb schwächer ist.

S. 31.Pagans Befestigungsart (sie erschien 1645) hat da9 Verdienst, sehr grofseFlanken, und überall e ; ne getade oder senkrechte Bestreichung zu haben. Soil der Sol-dat schräg über die Btustwehr schiefsen: müssen die Sandsäcke oder kleinen Körbe, wel-che ihn gegen das feindliche Feuer aus dem bedeckten Wege schützen, viel weiter auseinander gelegt werden, damit er schräg anschlagen kann. Der Soldat ist dadurch weni-,,ger bedeckt, und eilt sein Gewehr loszubrennen, ohne sich lange mit Zielen anfzuhalten.Die Erfahrung hat dies jederzeit bewiesen, und dadurch veranlafat, dafs man nicht vielaus dem schrägen Feuer macht.

S. 33 spricht Blondel von seiner neuen Befestigungsweise:dafs er den Graben-übergang vermittelst seiner rechtwinklichen Flanken mit 120 Kanonen und aooo Mus»

*) Dieser sagt (Naue Grundrisse S. 3):Man wird finden, dafs eine Festung, die aus nicht*als Flanken besteht, besser sey als aine andere, deren Flanke olmgefahr der Achte Theil da*Polygons ist.

Anmerkung des Uebersetzars.

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