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Sire! nun aber die stumpfen und untliätigen Festungen geeignet, dem Belagerereinweit überlegenes Kanonen- und Flintenfeuer entgegen zu setzen: darf inan nicht ebenbedauern, dafs sie die Ausfälle weniger begünstigen.
Gibraltar, obgleich auf einem hohen Berge liegend, kann doch den unthätigenFestungen beigezählt werden: weil drei Viertheile seines Umfanges von der See umschlos-sen werden, und für die Ausfälle nur Ein Ausgang auf der Nordsei'te offen steht, ohneeinige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit und die Stärke des Feindes durch gleichzeitige fal-sche Angriffe zu theilen. Die tapfere Besatzung, den geschickten Eli io t an ihrer Spitze,hat sich deshalb in ihrer unthätigen Festung immer darauf beschränkt, die Belagerungs-arheiten des Feindes durch ihr Geschütz zu zerstören. Der Ueberlegenheit seiner Verthei-digungsmittel vertrauend, spottete er der eitlen Mühe des Feindes. Er würde den Verlusteines einzigen Mannes bedauert haben, den er für nutzlos hielt, sich den so übel geleite-ten Operationen zu Lande und zu Wasser entgegen zu setzen. Eine wcitläuftige Auf«zählüng der vielen Fehler jeder Art, die bei dieser Belagerung begangen wurden, ständehier nicht an ihrem Orte. Es wäre mir aüfserdem leicht darzuthun, dafs die Schande derBelagerer größer war als der Ruhm der Verthehliger.
Wie dem auch sey: dieses Beispiel dient zum Beweise, dafs eine unthätige Festung,d. b. die einen beschwerlichen Zugang^hat, den Vorzug verdient, sobald man ihr bei ih-rer Anlage jenes grofse Vertheidrgungsmittel zu verschaffen verstand, von dem ich vieleBeispiele gegeben habe. Die Behauptung des Generals Mich au d wird dadurch vollstän-dig widerlegt, weil %-or Gibraltar die Belagerungsarbeiten auch ohne Ausfall nur zusehr gehindert wurden: denn man mufste sie aufgeben. Die Ingenieure müssen daheralle Kunst aufbieten, den Festungen die Vortheile zu verschaffen, welche Gibraltar vonder Natur erbalten hat. Sie müssen Bauwerke erfinden, einer ähnlichen Wirkung fä-hig, wie dort durch das Geschütz hervor gebracht ward, das der Belagerer nicht zerstörenkonnte.
Text. Considerat. p. 161. (Uebers. S. 188.) „In Hinsicht der Kunst, welche„den Schwachen dem Starkem gleich stellt, werden die Werke um 60 mehr angemes-sene Schönheit besitzen, je mehr sie sich, den örtlichen Besonderheiten anschmiegend,„zurückgebogen und eingezwängt (tortures) werden."
Wie können die Werke durch Zurückbiegen und Einzwängen einen hohemGrad relativer Schönheit erlangen? Wozu soll die Schönheit bei Festungswerkendienen, wo blofs von wahrem Nutzen die Rede seyn kann? Ich gestehe mein Unvermö-gen ein, dem sublimen Ausdruck des Verfassers zu folgen, nnd will erwarten, dafs erseine Ideen in Beziehung auf die eingezwängten Festungswerke deutlicher entwik-keln wird»