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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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124
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12/j.

Text S. 72. »Die im Umfarge einer Festung vorhandenen Werke können nicht„ohne Beistimmung des Ministers verändert werden: und diese beschränkt sich auf die»Geldmittel, über die er verfugen darf. Es erfordert viele Kosten, erst einzureifsen„und dann wieder aufzubauen.“

Doch wohl nicht die Bollwerke? Die Minister haben sehr wohlgethan, dafs sienicht einwilligten die Bollwerke einreifsen und wieder von neuem aufbauen zu lassen. Dadie Ingenieure bis hierher nichts anders vorzuschlagen wnfsten, dürfen sie nicht sagen, siehätten unsere Grenzfestungen nicht stärker machen dürfen; man sieht nirgends, dafs siedie Mittel dazu gekannt haben.

Text S. 73. „Der Nutzen einer neuen Anordnung der Festungswerke läfst sich„nicht durch Thatsachen erweisen.“

Nicht durch Thatsachen, wohl aber durch Fesstellung unumstöfslicherGrundsätze mathematisch darthun. lene Grundsätze aller Befestigungen der Welt sindaber schon seit lange bekannt, und vielfach in dem gegenwärtigen Werke ausgesprochen.Der wichtigste ist:

„Diejenige Festung ist die stärkste, welche dem Feinde in dem klein-„sen Raume eine grüfsere Anzahl besser gedeckter Feuer entgegen-«„setzen kann.“

Gegen diesen Satz findet durchaus kein Widerspruch statt. Da er nun aber auf dieunbedeckten Bollwerke nicht anzuwenden ist: wie kann man mit diesen eine Verbes-serung der Vertheidigungskunst erwarten, wenn man von der seit zweihundert Jahren an-genommenen Form nicht abgehen will, obgleich die Erfahrung dieses ganzen Zeitraumessie als unzureichend erwiesen hat?

Text S. 73; „Seit Vaubsns Zeiten ist die Geschützkunst beständig fortgeschritten.„Hätte er den Schleuderschufs früher erfunden, würde er vielleicht auch seinen Um-„rissen eine andere Form gegeben haben, woran ihn wahrscheinlich blofs der Tod hin-derte.“

Seit Vaubans Zeiten ist die Geschützkunst immer noch dieselbe. Es ist aber zu ver-wundern, wie die Ingenieure sagen können: Vauban würde seinen Umrifs mitBollwerken abgeändert haben, wenn ihn der Tod nicht übereilt hätte, dasie doch selbst ihn weder ändern noch auch ändern lassen wollen. Nur ihr Unvermögenkönnte sie in dieser Rücksicht entschuldigen; ihr standhaftes Widerstreben gegen jedeVeränderung beweist aber, dafs sie nichts zu dem Fortschreiten der Kunst beitragen wol-len. Angenommen, dafs Vauban seine Befestigungsart verändert hätte, um den Wirkun-gen des Schleuderschusses vorzubeugen: würde er haben den Hohlbau wählen undalle unbedeckten Wälle verwerfen müssen, die man weder gegen den Schleuder-schufs noch gegen die Bombe schützen kann.