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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Grofse eine so wichtige Rolle spielte, geht hervor, dafs die Königin von Ungarn Schle-sien noch besitzen würde, wenn sie mehr nnd bessere Festungen in diesem schönen Landegehabt hätte: und dafs unsere Heere sich in Baiern behauptet haben würden, wäre letzte-res am Inn, der Iser und Donau nicht ohne alle Festungen gewesen.

Dt/ Herausgeber des Journals hätte nur für den- Nutzen der Festungen nicht War-schau als Beispiel aufstellen sollen. Ich bin zwei Feldzüge hindurch bei der RussischenArmee gewesen, nnd habe mich öfter ziemlich lange in Warschau aufgehalten, das gar keineFestungswerke, und nur an der alten Stadt^Thore hat. Man hat vielleicht einmal einenGraben um die Stadt gezogen, der aber bekanntlich so gut als kein Annäherungshinder-nifs ist, und der Stadt Warschau keine Vertheidigungsfähigkeit giebt.- Wenn sich einmuthvolles Corps hinein wirft, können auf den Strafsen blutige Gefechte statt finden; daswürde aber auch in jedem elenden Dorfe der Fall seyn. In den Strafsen der Festungen,wenn sie wirklich fest sind, schlägt man sich nicht, weil man nicht hinein kann. Nursolche Festungen sind wirklich nützlich!

Text S. 65. „Unsere Feinde haben die Festungen durch Feldwerke zu ersetzen„gesucht; allein sie verstehen nichts davon: wie wir sie hundertmal durch Erstürmung„ihrer Verschanzungen überzeugt haben, und in der Folge auch hier beweisen werden.“

Man sollte glauben, dafs wir uns besser darauf verstehen, Feldverschanzungenanzulegen; dies läfst sich jedoch unmöglich behaupten: denn jene sind bei allen Nationengleich schlecht, und nur im Verhältnifs der zu ihrer Vertheidigung aufgestellten Truppenhaltbar. Jede Nation hat die Wahrheit des Sprichwortes: Ligne attaque’e , ligneforce'e , vielfach durch ihr Beispiel erwiesen. Man sollte sich keiner Sache rühmen, dieman nicht wirklich auszuführen im Stande ist.

Text S. 7a. „Die Vertheidigungskunst bat mehrere Jahrhunderte hindurch den Vor-„zug gehabt; nachher hat der Angriff die Oberhand gewonnen. Es ist jedoch nicht er-„wiesen, dafs die erstere nicht wieder in ihre alte Rechte treten werde.“

Es ist allerdings erwiesen, dafs dies nie geschehen wird, sobald man nicht von un-richtigen Grundsätzen abgeht, um die wahren zu befolgen, und sobald man nichtein schlechtes Verfahren regen ein gutes und zweckmäfsiges vertauscht.

Text 5 . 72. „Wichtige Hindernisse liefsen die Befestigung^kunst keine schnellen„Fortschritte machen,“

Sie hat gar keine gemacht! Die Hindernisse waren nichts anders als die Obern desIngenieur-Corps^ 'die nichts annehmen wollen was sie nicht selbst erfunden haben: undaie erfinden Nichts. Man darf sie kühn auffordern, anzugeben was sie in dieser Hin-sicht verbessert haben: sie können es nicht, wenn man nicht eine unbedeutende Verkür-zung oder Verlängerung der Bollwerksflanken, eine gröfsere oder kleinere Ocifuung des aus-springenden Winkels dafür ansehen will.

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