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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Maurer bauet täglioh Hauser auf unebnem Boden. Es bezieht sich ohne Zweifel auf dieKunst des Defilements, auf die man in den Schulen stets einen so hohen Werth legt,und die man für unentbehrlich hält wenn man Festungen bauen will. Ich gestehe sehrgerne zu, dafs dies der Fall wäre, wenn man wirklich die Facjen der unbedecktenWälle gegen das Geschütz der umliegenden Anhöhen defiliren könnte. Wie wäre diesaber möglich, da man es nicht einmal in der Ebene vermag, wie Thl. II. S. 82gezeigt worden ist. Vauban hatte die Festung Ath in einer freien Ebene erbauet, undhatte sie nicht defiliren können, denn nachher bei der Belagerung zerstörte er selbstdas ganze Festungsgeschütz durch seine P.ikoschetbatterien *). Der EinzigeZweck des Defilements ist, das Einsehen in die Werke zu verhindern, um nicht in ih-rem Innern mit kleinem Gewehr beschossen zu werden. Schon auf 500 bis 800 Schrittist man aufser dem Flintenschufs; sich gegen noch weiter entfernte Anhöhen zu defilirenist unnütz, weil man demohngeachtet durch den Schleuderscliufs getroffen wird. Da nunaber das praktische Defilement blofs darinnen besteht, die den Anhöhen gegenüberliegen-den Wälle verhältnifsmäfsig zu erheben, so ist nicht abzusehen, warum es nicht jederMaurer eben so gut verrichten kann, sobald er im Stande ist eine Festung in der Ebenezu bauen. Der Umrifs mit Bollwerken bleibt ja in jedem Boden selbe, wie er überallausgeführt wird und sich in so vielen Büchern findet. Ich für meinen Theil räume sehrgern jedem Maurer die Fähigkeit ein, meine kreisförmigen, rechtwinklich be-strichenen Festungen zu erbauen, um so mehr, als er hier auf kein Defilement Rück-sicht nehmen darf. Sie sind nicht nur von selbst gegen Kanonen nnd Flinten, sondernauch gegen den Bombenwurf gedeckt, das auch der geschickteste Ingenieur bei seinen be-liebten Erdwällen nicht bewirken kann **).

•) Ein Gleiche» geschähe zu Port Malion, und überall da wo das Belagerungsgeschütz von geüb-ten und guten Artilleristen bedient wird.

**) Der Marquis geht hier offenbar ein wenig zu weit. Es giebt Fälle wo kein Hohlhau mög-lich ist, und andere wo man sich blofs gegen minder geübte Artilleristen schützen will. Inbeiden ist es nothwendig, dem Feinde das Einsehen des innern Raumes zu verbieten, undfolglich den Brustwehren eine angemessene Höhe zu geben; es würde jedoch unter allenUmständen genau zu untersuchen seyn, ob die Aufführung eines so hohen Erdwal-les nicht mehr Zeit und Kosten erfordert, als die Bedeckung aller Geschütz-stände mit Holz und Erde, durch die alles künstliche Defilement entbehrlich wird. Mon-talemberts Grundsatz: seine Kanonen möglichst zu sichern, sie dem feindli-chen Feuer so wenig als möglich, und alg es sich mit der zweckmäfsigenWir-kung vereinigen läfst, blofs zu stellen, findet überall, selbst bei Feldschanzen An-wendung.

Anmerkung des Uebersetzers.