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Grösstentheils war der sehr starke Schwefelgehalt der Kohle,die man nicht gehörig zu rösten verstand, die Ursache, auchscheinen die dortigen Erze Phosphor zu enthalten, also einkaltbrüchiges Eisen zu geben.
Man hat vielfach in Frankreich darauf aufmerksam ge-macht, wie vortheilhaft es für den Staat sein würde, eisernesFestungs- und Belagerungsgeschütz einzuführen, da das jetztvorhandene Bronzegeschütz allein einen Werth von 37 Millio-nen Franken habe, der, wenn man das zur Armirung der Fe-stungen noch Fehlende anschaffen wollte, sich bis auf 60 Mil-lionen, die als renteloses Kapital gebunden wären, erheben wür-de. Man hat auch in neuester Zeit, nachdem französische Of-fiziere den Geschützguss in Schweden und in England sorg-fältig beobachtet und abermalige Vergleichversuche zwi-schen in Schweden, in England und in Frankreich gegossnenGeschützen vorbereitet worden, wiederholt die Hoffnung ausge-sprochen, die 1834 zur völligen Ausrüstung der Festungennoch fehlenden 7000 Geschütze in Eisen giessen zu können.General Sebastiani nahm schon in der Deputirten-Kammer1828 Veranlassung, diesen Wunsch auszusprechen, indem ersich dabei auf mehrere mit französischem eisernem Geschützgemachte Versuche berief. Diese Versuche waren, so vielwir erfahren konnten, folgende:
1811 machte man zu Antwerpen mit einem 48Pfündervon Bronze und einem eisernen in Frankreich gegossenen 36-Pfünder Vergleichsversuche. Dieser hielt sich viel besser undwar noch vollkommen unverletzt, als das Bronzegeschütz schonganz unbrauchbar war.
Zwei nach Hellwig’schem Modell zu Indret 1819 ge-gossene 6Pfünder (393 und 395 Kilogr. schwer) hielten über1100 Schuss und verloren zwar jeder einen Schildzapfen #),sprangen aber nicht, während ein gleicher schwedischer beim741sten Schüsse sprang. —- Ein 6pfündiges Marinegeschütz,1814 zu Indret gegossen, 761 Kilogr. schwer, hielt 813 Schussohne zu springen. Ein in Indret nach dem Hellwig’sehen
*) Die Nachrichten über diese Versuche sind hier aus vidimirten,nach Schweden geschickten Abschriften von den Original-Protokollenentnommen, sie stimmen nicht ganz mit denen im Journal des Scien-ces militalres XIII. S. 109 gegebenen.