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Geschütze wurden nur mit 150 Schuss probirt, hielten sich aberdabei gut. Bei spätem Versuchen litten sie sehr; es entstan-den Kugellager. Die Bronzeschicht über dem Eisen branntestark aus. Beim Gusseisen sprang der holde Cylinder. — Mansetzte deshalb 1828 den Cylinder aus Dauben zusammen. Beieinem, wo man 6 eiserne Dauben genommen, traten Auswei-tungen ein, die Dauben gingen aus einander. Bei zwei an-dern hatte man 10 Dauben, bei einem aus Stahl, beim an-dern aus Eisen zusammengesetzt; sie wurden durch 175 und202 Schüsse unbrauchbar.
Drittes Kapitel.
Grad der Tauglichkeit des verschiedenenGeschülzmalerials.
Die Erfahrungen, die uns über die Dauerhaftigkeit des Ge-schütze§ bekannt geworden, sind nun im Obigen vorgelegt. Sielassen, da sie grossentheils sich zufällig ergeben haben, undnur die kleinere Hälfte davon die Folge absichtlicher und ineiner bestimmten Richtung angestellter Versuche sind, noch'manche Lücken in unsrer Ivenntniss der Geschützraefalle, dochstellen sie auch schon manche Wahrheit fest, widerlegen man-ches Vorurtheil. Wir erlauben uns auf diese Erfahrungen diefolgenden Ansichten für den augenblicklichen Standpunkt derBrauchbarkeit der verschiedenen Geschützmetalle zu gründen.
1) Geschmiedetes Geschütz, Die Anfertigung dieser Ge-schützart ist schwierig, aber selbst im Grossen und für diestärksten Kaliber nicht unausführbar. Die Dampfschiffwellen,die man in England, z. B. in Roscoe place bei Liverpool, ta-delfrei aus Einem Stücke schmiedet und die 14" im Durch-messer und eine Länge von 9' haben, sind ein sprechenderBeweis der Ausführbarkeit solcher grossen Schmiedestücke, dieeiner besonders starken Haltbarkeit bedürfen. Eben so lässtdas Anerbieten der Kompagnie Etienne fs. oben), selbst wennes bedeutend gewagt wäre, wenigstens (loch eine Fabrikations-geschwindigkeit hoffen, die gegen den Guss der Geschützenicht zurückbleibt. Die Weichheit des schmiedeeisernen Ge-