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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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Um die Haltbarkeit auf die Dauer zu probiren, wurden 212pfdige Geschütze, eins zu 24 Ctr., das andere zu 27 Cfr., miteiner grossen Zahl von Schüssen belegt. Man that 3000 Schussaus jedem (ohne die Probeschüsse) mit kugelschwerer La-dung und 1 Kugel. Die Geschütze hielten, und blieben unbe-schädigt, obwohl die Temperatur in der Seele beim Schiessenoft bis 70° Reaumur stieg. Das leichtere Geschütz zeigte sichdabei immer um Vio höher erhitzt. Man transportirte sie nachBerlin, und als man nach 3 Jahren noch einige Schüsse dar-aus thun wollte, sprangen heide beim 3ten und 5ten Schuss.Mehrere ähnliche Geschütze von derselben Art wurden späternoch beschossen; sie hielten mit % kugelschwerer Ladung einelange Reihe von Schüssen aus.

Man stellte in Preussen auch, um die Haltbarkeit der Ge-schütze bei niedriger Temperatur beurtheilen zu können, vieleVersuche im Winter an, ohne dass jemals Geschütze dabei ge-sprungen wären, obwohl man auch bei einer Temperatur von 22° schoss. Es wurden einmal mehr als 20 alte Geschü-tze von allen Kalibern an verschiedenen Orten mit 20 Schussin 4 Tagen bei Temperaturen von 10° bis 22° R. probirt, undalle hielten.

Die in Preussen bis in die neueste Zeit fortgesetzten Ver-suche mit eisernem Geschütz werden binnen Kurzem ausführlichbekannt gemacht werden. Ich erlaube mir daher hier in Be-treff der Spezialien auf jene Zusammenstellung zu verweisen.

Würtemberg.

Man machte in den Jahren 1822 bis 1824 Versuche mitaus dem Flammofen gegossenen 3 und 6 Pfdrn. und verglichsief mit bronzenem Geschütz von gleichen Dimensionen. Die fürda|i Eisen günstigen Resultate haben wir, der bessern Ueber-siciit wegen in folgenden Tabellen zusammeugestellt: 1) dasResultat, das mit 3 Pfdrn. erlangt ward. '

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