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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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geschütze, den mit Blei verunreinigten Metallen zu. Im 30jäh-rigeu Kriege wurden Geschütze aus Glockengut gegossen, dieentweder sprangen oder schmolzen, weil sie zu viel Zinn, odernach einigen Angaben zu viel Blei enthielten. Dasselbe wieder-holte sich in der ersten Zeit der französischen Revolution.1682 giebt Büchner die Legirung im Verhältnis von 100Kupfer, 10 Zinn und 8 Messing an, um dieselbe Zeit ist dieLegirung der Gebrüder Keller, 100 Kupfer, 9 Zinn, 6 Messing,die auch, bis Maritz den Guss übernahm, beibehalten wordenzu sein scheint. Die Kenntniss der französischen Artillerieoffizierevon der Geschützlegirung, die sie fonle verte nannten, war so ge-ring, dass St. Remy 1695 alles Ernstes versichern muss, sie seinicht grün. In den deutschen Artillerieen gab man für die Legi-rung nur die Vorschrift, dass sie nicht zu weiss (zu zinnhal-tig) und nicht zu gelb (zu zinkhaltig) sein dürfe. Auch beiEinführung des La Vallie reichen Systems (1732) in Frank-reich, wo die Dimensionen, die Proben und die ganze Abnahmegeändert wurde, überliess die Ordonnanz dem Giesser das Le-girungsverhältniss völlig, da in Folge einer gegebenen Vor-schrift Geschütze vor Philippsburg aufgerissen waren. Manweiss daher nicht sicher, wenn die Zugabe von Messing auf-gehört hat; da man ihr vorwarf, dass sie Blasen im Innern desMetalls erzeuge, was durch die Leichtigkeit, womit Zink sichals Dampf erhebt, verständlich wird, so hat man gewiss so baldals man es vermochte, das Messing weggelassen; so lange aberdie Geschütze unabgedreht blieben und mit vielen erhabnenVerzierungen versehn waren, musste man ein leichtflüssigeresMetall als die Verbindung von Zinn und Kupfer haben, unddiess war nur durch Zusatz von Zink zu erhalten. Am wahr-scheinlichsten ist es, dass ums Jahr 1748 die neue Legirungohne Zink zuerst definitiv in Frankreich angenommen ward,dagegen sagt Belidor noch 1755, dass Messing zugesetzt werde.1752 bestand die Legirung in Turin aus 100 Kupfer zu 8 Zinn,während später ebenda der Zinnzusatz bis 20 Prozent stieg.1759 zeigte ein Versuch in Turin den Vorzug des reinenBronze vor dem mit Messing, während ein Versuch von 1771das Zinkbronze sehr günstig scheinen liess. In Deutschlandhatten die 1758 gegossenen Bückeburgschen Geschütze zwarnoch auf 100 Kupfer und 5 Zinn 25 Messing; in Preussen war