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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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meti geschieht sichrer und gleichförmiger in Heizkammern, alsdurch Hineinlegen glühender Kohlen. Man heizt die Kammernallmählich an.

, Für die langsame Abkühlung ist es sehr vorteilhaft, dieForm in die Dammgrube durch ringsum eingestampfte heisseErde festzustellen. Wo aber täglich aus demselben Ofen ge-gossen wird, ist das häufige Herausschaffen und Wiederein-stampfen einer so grossen Menge Erde sehr kostbar und be-schwerlich, ja oft kaum ausführbar; es ist dann geratener,die Form bloss durch gespreizte Balken, oder durch Aufschrau-ben auf einen eisernen im Boden feststehenden Fuss zu befe-stigen; das Auswechseln der vollen mit einer leeren ist dannum Vieles leichter. In Lüttich, wo diese Methode eingeführtist, suchte man früher die schnellere Abkühlung dadurch zuverhindern, dass man um die Form Stroh packte und diessnach dem Gusse anzündete. Die Lokalverhältnisse müssen hierauch über die anzuwendende Methode entscheiden, doch glau-ben wir, dass, wo man die Wahl hat, es geraten sein dürfte,für schweres Geschütz das Eindämmen mit Erde anzuwenden,während bei leichten Kalibern das Einspreizen oder Aufschrau-ben gnügen wird. In Lüttich hat man es mit vielem Glückeversucht, sehr grosse Mortiere unmittelbar in der Dammgrube,nach Art der grossen Dampfmaschinencylinder, Kessel u. s. w.,in Lehm einzuformen; es ist diess Verfahren mehrmals so gutgelungen, dass es wohl empfohlen zu werden verdient.

Das Giessen mit dem Steigerohr wird jetzt mehr und mehraufgegeben. Es gehört allerdings mehr Uebung zu einem Gussevon oben; führt man aber das Eisen in Binnen bis über dieAchse des Geschützes, lässt es so senkrecht hinabfallen, und istdie Form nicht gar zu schlecht, so ist nicht zu befürchten,dass sie durch das Anschlägen des Eisens verdorben werde.Beim Guss mit dem Steigerohr können, wie schon oben er-wähnt, so leicht Verstopfungen eintrcten, das Eisen erkaltetso sehr auf dem langen Wege und in der langen Zeit, die derGuss braucht, es bleiben so leicht in dem zäher gewordenen,langsam steigenden Eisen Blasen, dass, so sehr ich früherselbst dafür eingenommen war, mich die eigene Erfahrung dochdavon abgewandt hat. Eben die heftige Bewegung des her-abstürzenden Eisens sichert vor dem Sitzenbleiben von Blasen,