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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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starrung von innen und aussen zugleich beginnt, rortheil-haft sein.

Geschütze aus neu zusammengeschmolznem Kupfer undZinn scheinen ein weniger innig gemengtes Metall zu haben,,als die aus mehr noch umgeschmolznem Bronze, sie sind des-halb meist innerlich härter und äusserlich weicher, als andereGeschütze, bohren sich schwer und drehn sich leicht ab.

Zu den Modifikationen des Bronzes, welche die Mengeund Vertheilung des Zinns hervorbringt, kommen noch diedurch fremde Metalle, die aber jetzt, wo man grosse Sorgfaltauf die Vermeidung unreiner Materialien verwendet, wohl nurselten zu fürchten sind. Welchen Einfluss die verschiedenenMetallbeimengungen haben, ist nicht sicher ermittelt; es scheint,als sei besonders eine erhöhte Sprödigkeit Folge der Beimen-gung von Arsenik und Antimon, und als werden durch leichtoxydable Metalle Eisen, Blei, besonders schaumige Stellen, sowie durch flüchtige Metalle, wie Zink, Blasen im Bronze ver-anlasst; die alten Giesser, bei denen diese Beimengungen nichtselten waren, brachten sie durch häutiges Umrühren und denein Aufkochen bewirkenden Sekretfluss an die Oberfläche desMetallbades, wo sie oxydirten und als Schlacke über dem Me-tall schwammen. Ein etwas bleihaltiges Kupfer kann gerei-nigt werden, wenn man etwas noch nicht ganz vom Schwefelbefreites Rosettenkupfer mit ihm mengt. Silber und Kaliumscheinen eher vortheilhafte als nachtheilige yerbindungen zu sein.

Die älteren Oefen zum Bronzeguss sind bekannt; wenigerist diess mit den neueren, an vielen Orten schon üblichen, denEisenflammüfen nachgebildeten, der Fall. Wir geben deshalbdie Zeichnung des in Augsburg (Plan 2) und des in Carlsrulie(Plan 3) befindlichen Ofens. Sie fassen läO his höchstens 200Centn. Metall und nehmen wenig Raum ein. Nach einem Be-richte an den französischen Kriegsminister haben sich dieseFlammöfen 1785 in Frammont sehr gut beim Bronzeguss be-währt; sie schmolzen ihr Metall in 4 bis 5 Stunden nieder;nur dürfen die Oefen nicht zu klein sein. Man kann demBronze in diesen Oefen eine höhere Temperatur geben, als inden älteren, was für den Guss sehr vortheilhaft ist. Auch in