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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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schwer ist, dass sie eine Biegung erhalten, die sich beim Weg-nehmen desselben nicht völlig wieder verliert, diess Gewichtmehrere Tage tragen und dann plötzlich brechen. Er hältdiess, so wie das endliche Zerspringen von Glocken, in Folgedes Läutens, für analog mit dem Springen eiserner Geschütze,nach einer längeren Reihe von Schüssen mit der Kriegsladung.Er hat ferner gefunden, dass sich selbst bei guten Geschützendurch Anätzen blanker Flächen Adern von kohlenstoffreiche-rem Eisen in der kohlenärmeren Grundmasse zeigen. Diessbetrachtet er als den Grund der oft unregelmässigen Sprünge.Gewöhnlich springt das Bodenstück der Länge nach in mehre-re Lappen, wobei fast immer ein Sprung durch das Zündlochgeht, und der Boden wird als abgestumpfter Kegel ausgestos-sen; ist aber der Guss, namentlich der des Bodenstücks, zukalt gewesen, so wird bloss der Boden ausgestossen und dasGeschütz bleibt übrigens ganz. Das zu kalte Giessen soll be-sonders dadurch Veranlassung eines unhaltbaren Geschützeswerden, dass das Eisen wegen der zu früh eintretenden Er-starrung sich nicht gehörig zusammenziehen kann und eingeringes spezifisches Gewicht behält (?). Der Spitzen-Win-kel des Konus, welcher ausgestossen wird, scheint sich nachder Haltbarkeit des Eisens zu richten, indem der Kegel um sostumpfer ausfällt, je weniger haltbar das Eisen war. DieseRegel stützt sich aber, wie uns scheint, auf zu wenige Beob-achtungen, um genügende Sicherheit zu bieten. Der Generalglaubt, dem Ausstossen des Bodens durch sphärische Abrun-dung des Seelenbodens begegnen zu können, indem der Druckauf die Halbsphäre, nach Newton und Andern, kleiner ist, alsauf die Zirkelfläche. Das Zündloch soll schräg, nach demMittelpunkte der Abrundung gesetzt werden.

Bei der üblichen Kastenförmerei verrücken sich die ein-zelnen Modellstücke und Kasten leicht, wodurch das Rohrkrumm wird, was auch Veranlassung zu geringerer Haltbar-keit giebt. Man muss deshalb die Ränder, womit die Kastenan einander passen, breiter machen und sie besser befestigen.Sehr vortheilhaft ist in dieser Beziehung die neuerdings inEngland eingeführte und dort noch geheim gehaltne Methode,die Form nur in zwei Kasten, welche die ganze Länge desRohrs haben und diess durch die Schildzapfen in zwei Half-