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Die Organisation und die Leistungen der Feldartillerie : eine Zeitfrage für alle Heere / von einem süddeutschen Artillerie-Offiziere
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rie ein Theil des englischen Militärsystems zusein. Daher seien die englischen Armeen in den letzten Feld-zügen stets von der Artillerie des Gegners an Geschützzahlübertreffen worden, und daher mußte fle, wie OberstSmith bemerkt, auch Belagerungen mit ungenügendem Be-lagerungstrain unternehmen. Die Folgen seien bekannt, undbestanden entweder im Fehlschlagen der Unternehmungen, oderdas Gelingen war nur mit einem ungeheueren Menschen-verluste erkauft worden, welchen Verlust eine verhältnißmä-ßig größere Geschützzahl vermieden hätte. Die englischeInfanterie sei eine ersten Ranges, aber es möchte ihr doch zuviel aufgebürdet werden, wenn man sie ohne den kräftigenBeistand und ohne die genügende Mitwirkung vonden anderen Waffen ließe.

Diese in mehreren englischen Blättern wiederholten ähn-lichen Andeutungen über den ungenügenden Stand derArtillerie haben schon im Jahre 1846 die Errichtung einesFuß-Artillerie-Bataillons jedem der bereits bestandenen9 Bataillone zu 8 Kompagnien L 100 Mann an Stärkegleich nach sich gezogen, und im darauffolgenden Jahrenoch eine Vermehrung bei jeder der 80 Fuß-Kompagnien um1 Korporal und 14 Mann veranlaßt.

Daß indessen auch selbst dieser Zuwachs noch immer nichtausreichen werde, war bei den Zeitverhältnissen vorauszusehen.Lord Egerton Ellesmere äußerte auch zu Anfang desJahres 1848 bei Gelegenheit seiner ernsten Mahnung zurVermehrung der Landarmee in einem an die Umes gerichte-ten Schreiben über den letzten Schweizerkrieg:Hier warenalle Elemente eines langen und mörderischen Kampfes vorhan-den; der Kampf wurde demungeachtet schnell entschieden, undzwar durch die Uebermacht und das Metallgewichtder eidgenössischen Artillerie." Denn von diesertrafen 2,6, von der sonderbündischen nur 1,2 Geschütze auf1000 Mann.

England schuf daher im April des Jahres 1848 noch20 neue Fuß - Artillerie - Kompagnien, und hat dadurch, ohne