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Offensiv - Operationen Ende 1848 veranlaßt gesehen, seinerFeldartillerie — bei einer Totalstärke von 49,118 Mann In-fanterie und 7236 Mann Kavalerie — einen Stand von 216Feldgeschützen, ohne Einrechnung von 7 Raketenbatterien zugeben, welches 4 Geschütze pro will«, ausschließlich der42 Raketengestelle, ausweist. — Auch zeigte uns ferner dieOrganisation der österreichisch-russischen (Donau-) Armee beimWiederbeginne der Offensiv-Operationen im Juni 1849 inUngarn ein nummerisches Verhältniß der Feldartillerie zurStärke der übrigen Waffen von mehr als 4 Geschützenpro Mills; denn die Stärke der Infanterie betrug 66,670und jene der Kavalerie 10,000 Mann, und die Geschützzahl324 Stücke.
Leider ist es nur eine zu wirkliche Wahrheit, daß vonjeher in allen Staaten, mit Ausnahme Frankreichs und Ruß-lands, immer erst zur Zeit des Krieges das Bedürfniß einergroßen artilleristischen Macht gefühlt worden ist; zur Zeit desFriedens ward sie immer höchst reduzirt, nicht bedenkend, daßman sich im Frieden auf den Krieg rüsten müsse. Ist diesesletztere auch bei den übrigen Waffen geschehen, so ist es dochbei der Artillerie unterblieben. Und so erschienen die Heerejener Staaten in Beziehung auf ihre Artillerie zu Anfang je-den Krieges stets ungerüstet, wie z. B. Preußen 1806 und1813, Oesterreich 1848, und andere selbst noch 1849; undletztere sind es noch. — Decker liefert den Nachweis,daß sich zu Anfang des siebenjährigen Krieges ziemlich bei al-len Armeen die Geschützzahl auf 2,5 bis 3 pro mills belief,und sich während des Krieges so vermehrte, daß sie sich bisEnde des Krieges auf 4 bis 6 erhob. — Es ist bekannt,daß Friedrich der Große die Artillerie wohl hoch schätzte,aber nicht liebte, weil sie ihm in ihrer damaligen Beschaffen- 'heit nur als ein Hemmniß seines constanten Offensiv - Principserschien. Dennoch sagte er in seinem Briefe an den GeneralFouque hierüber: „Man muß das System einer zahl-reichen Artillerie annehmen, so unbequem sie auch seinmag. Ich habe die unserige beträchtlich vermehrt (1759), und