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schützkalibers und eines mit in das Gefecht zu nehmendenhinreichenden Munitionsvorrathes. —
Als das zweckmäßigste Kanonenkaliber für die Positions-Artillerie zeigt uns die Erfahrung das des Zwölfpfün-ders. Größere Kaliber sind wegen des zu großen Gewichtes,namentlich des Munitionsvorrathes, gar zu unbeweglich, we-gen ihrer nöthigen starken Bespannung gar zu unbehülflich.Oesterreich hat in seiner neuesten Organisation den früherenFcld-Achtzehnpfünder abgeschafft, der vollständig ausgerüstet3968 T wog und mit 8 Pferden bespannt werden mußte, umdie Zuglast eines Pferdes aus nahe an 5 Zentner herabsetzenzn können. In allen Artillerien (mit Ausnahme der piemon-tefischen durch das scchszehnpfündige Kaliber) ist das Zwölf-pfünder-Kanonenkaliber als das größte und wirksamste derFeldgeschütze angenommen, und hat dasselbe in der neuestenZeit, namentlich in der französischen Artillerie, wegen seinergroßen Wirksamkeit auch ein großes Ansehen erlangt. Auchin Oesterreich und Preußen fängt man an, dem Zwölfpfündereine große Bedeutung und eine größere Verbreitung zu ge-ben; man will ihn auch als fahrendes Geschütz auftreten las-sen. — Das österreichische Zwölfpfünder Rohr beweist, daßdessen Länge zu nur 16 Kaliber das Gewicht um mehr alsI V 2 Zentner verringert, und dennoch die Trefffähigkeit vonso günstiger Art ist, daß man im Schlachtfener auf 1500Schritte noch 37 Procent Treffer in einer Scheibe von 6 FußHöhe und 25 Schritte Länge erlangt, wobei der größte Rück-lauf nicht über 10 Fuß beträgt. Man gebe daher derZwölfpfünder - Feldkanone nur eine Rohrlängevon 16 Kaliber.
In Verbindung mit der Zwölfpfünder-Kanone zeigt sichin der neuesten Zeit als Haubitzkaliber das der langenSiebcnpfünder (Steinkaliber) oder Vierundzwanzig-pfünder (Eisenkaliber) als am Entsprechendsten.
Um einen ausgiebigen Munitionsvorrath bei sich zu ha-ben, darf die Linie der Munitionswagen nie von der der Ge-schütze getrennt werden. Jedem Geschütze muß ein mit we-