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ten Angriffe der bayerischen Reiterei mehrmals sehr gefährdet;aber die Kanoniere vertheidigten sich mit ihren Karabinernmnthvoll gegen die eingesprengten Chevanlegers, ohne vonihren nnverrückt stehen gebliebenen und fortgesetzt feuerndenGeschützen einen Schritt zn weichen, und retteten dadurch diefranzösischen Kolonnen vor Vernichtung, bis endlich Nan-souty mit seiner Kavalerie einhauen konnte, die feindlichenSchwadronen über den Hausen warf, und sich auf die gegen-über stehende Infanterie und Artillerie stürzte.
Trotz allen diesen Erfahrungen besteht in den meistenStaaten die Bewaffnung der Fnßartilleristen für die Feldaus-rüstung blos aus einem kurzen Seitengewehre, das an einerKnppel über die rechte Schulter gehangen wird; nur bei we-nigen Artillerien kömmt hiezn noch eine Pistole oder ein Kurz-gewchr, obwohl fast allenthalben im Frieden die Fußartilleriezum Garnisonsdienste und zu Munitivnstransporten mit Jn-santeriegewehren versehen ist, von welchen in das Feld perBattterie nur 10—12 Stück für den Fall mitgefahren wer-den, wenn die Artillerie gezwungen sein sollte, ihre Parkwacheaus sich selbst zu bilden. Es ist sonach schon von vornherein dieNothwendigkeit einer solchen theilweisen Feldausrüstung zuge-standen. Jedermann muß jedoch zugeben, daß dann diesePaar Gewehre, wenn es zum Ernste kommt, keinen Nutzenverschaffen.
Wie bereits erwähnt, ist der französische Fußartilleristschon seit dem Jahre 1777 mit einem Knrzgewehre (Musketon)bewaffnet, das er bei den Funktionen am Geschütze mittelstdes Cordonriemens von der linken Schulter zur rechten Hüfteüber den Rücken hängt. Welchen hohen Werth man noch im-mer auf eine zweckmäßige Bewaffnung des Artilleristen in Frank-reich legt, beweist der Umstand, daß man sie in der neuesten Zeitmit dem Thouvenin-Delvigne'schen Stiftkarabiner versehen hat,der einen Bajonetsäbel mit eiserner Scheide besitzt und ebensowie der frühere Musketon über dem Rücken getragen wird; erist mit einem Klappvisir bis auf 600 Metre Schußweite einge-richtet. Diesem Beispiele folgend sind bei der preußischen Fuß-