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wahre Licht zu stellen, darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß,so lange die Raketenbatterie im Feuer begriffen war, der Ge-neralmajor Parot, aller Gefahr trotzend, auf dem Platzeaushielt, bis seine Dispositionen zur schleunigen Uebersetzungaller Truppen ertheilt waren. —
Gleiche Vortheile werden die Raketen auch dem verfol-genden Theile unter den genannten erschwerenden Terrainver-hältnisscn darbieten. Mittelst ihrer Anwendung wird es derArtillerie möglich, dem Fliehenden auf jedem Wege und Stege,den er betritt, zu folgen. Sie wird dabei über die Eisdeckejedes zugefrorenen Wassers, über welche sich die feindliche In-fanterie rettete, ebenso unbedenklich wie diese hinwegsetzen kön-nen. — Wäre dieses am 27. Dezember 1848 von der Ra-ketenbatterie des 2. österreichischen Armeekorps über den zu-gefrorenen kleinen Donauarm bei Raab geschehen, so wärendie vom jenseitigen Ufer sich abgezogenen Ungarn nachdruck-samer verfolgt geworden. —
Da die Raketen - Artillerie auch Gebirgsübergänge ohnegroße Schwierigkeit auszuführen vermag, wird künftighin auchim Gebirge durch Umgehungen eher ein Abschneiden des feind-lichen Rückzuges mittelst der Artillerie möglich werden. An-dererseits ist es wieder die Raketen-Artillerie, durch welchedem Verfolgten die Möglichkeit gegeben ist, mit ihr über dieBergrücken und Thäler hin, dem Feinde unbemerkt voranzuei-len, um die zu passirenden Engpässe oder AnSgänge vor dem-selben zu erreichen. Die Worte des Erzherzogs Karl:„Kühnheit ist nie besser angewendet und von einer entscheiden-dem Wirkung, als in durchschnittenen Gegenden, vorzüglichim hohen Gebirge," können sonach bei dem Gebrauche derKriegsraketen auch von der Artillerie ihre volle Anwendungfinden. — Die leichte Transportfähigkeit der Gestelle undMunition mittelst Saumthieren wird keine Veranlassung mehrdazu geben, daß sich die Artillerie selbst durch Hinabstürzender nicht mehr mit forzubringenden Gebirgsgcschütze in dieAbgründe gänzlich ihrer eigenen Schießwaffe berauben muß,wozu z. B. sich der russische General Suwaros 1799 aus