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Die Organisation und die Leistungen der Feldartillerie : eine Zeitfrage für alle Heere / von einem süddeutschen Artillerie-Offiziere
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158
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seinem Zuge über die Schweizeralpen im Panixer-Passegezwungen sah, nm sie nicht dem Feinde zu überlassen.

2. Leistungen im Verteidigungskriege.

Alle Kriegskundigen" sagt Wittich in seinem neue-sten Werke über die Grundsätze der Besestigungskunststim-men darin überein, daß ein bloß passiver Widerstand nie vonbesonderem Erfolge sein könne, daß die bedeutendsten mate-riellen Hindernisse, wenn man sich auf ihre strikte unmittel-bare Vertheidigung beschränkt, bald überwältigt sind. DenGrundsätzen der Taktik gemäß, denen man jetzt (und in gewis-sem Sinne mit vollem Rechte) eine durchgehende Anwendungauf sortistkatorische Anlagen zugesteht, müßte sonach dem Ver-mögen einer kräftigen Offensive hier jeder mögliche Vorschubgeleistet werden."

Die Wahrheit dieses Satzes kann nicht bestritten werden;wir finden sie zu gründlich belegt.

Schon Carnot fühlte das Bedürfniß, häufige Ausfällezu unternehmen, um den Vertheidiger in den Zustand einesAngreifenden zu versetzen, und dadurch dessen moralische Kraftzu erhöhen. Vorher räth selbst Vanban, ungeachtet nachseinen Grundsätzen der Vertheidiger seine Kräfte hinter demWalle behalten und nicht das Freie aussuchen soll, dennochin seiner Ivsii-uolion pour Llravos" an, Ausfälle zu versu-chen.

Von Napoleon heißt es in seinenMaximen der Krieg-führung," daß er sagt:Weder ein Fluß noch irgend eineLinie (also auch die Umfassung einer Festung) können verthei-digt werden, ohne offensive Punkte zu haben; denn wennman nichts gethan hat, als sich zu vertheidigen, so hat mansich Gefahren ausgesetzt, ohne irgend etwas zu erreichen.