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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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Erstes Rspitel.

Zusammensetzung, Stärke und Verhältniß derArtillerie in sich und zu den übrigen Waffen.Kosten der Artillerie, sowohl hinsichtlich ihrermateriellen Theile, als ihrer Unterhaltung.

^ie Erfahrung eines 23 jährigen Kampfes in allenTheilen Europa's und selbst in andern Wclttheilen, dieSchlachtcngefchichten dieser Kriege beweisen es, daß dieArtillerie auf einen andern, früher nicht gekannten Stand-punkt, als Waffe, gestellt ist. Erst feit dieser Zeit giebt eseine Artillerietaktik, seitdem sie auch im Frieden bespannt ist.

Krieg ist der Zweck aller Armee-Organisationen; alleFriedens-Formationen müssen für den Krieg berechnetseyn. Mit Schnelligkeit muß ein Staat zum Kriege über-gehen können, ohne Formen andern zu dürfen; denn diesläßt allemal auf eine fehlerhafte Organisation schließen:nächstdcm wirken aber auch solche Neuerungen nicht seltengleich nachthcilig auf die ersten Operationen und Gefechte.

Seitdem fast alle europäischen großen Staaten ihreganzen Völkermassen zu Soldaten bilden, diese Massen aberim Frieden nicht zu erhalten sind, bedarf es für die In-fanterie nur eines guten, nach richtigen Grundsätzen gcbil,beten Rahmens, in welchen diese Massen beim Ausbrucheeines Krieges eingcschobcn werden. Nicht so indeß kannfür die Kavallerie, am allerwenigsten aber für die Artilleriedieses System analog angewendet werden. Ziska undWallenstein machten aus weibischen Bürgern und schlech-ten Bauern gute Soldaten; nach damaliger Kriegführung

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