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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
Entstehung
Seite
9
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für den Feldkrieg ausgebildet werden. In den Festungs-kompagnien lerne der Artillerierckrut speciell die Bedienungder Wall- und Belagerungsgeschütze, die Anfertigung derMunition, und verrichte die nothwendigen Arbeiten inden Artillericdepoks. Welche Zeit rauben nicht diese Ge-genstände der Feldar tillerie? Die jungen Offizierelernen die verschiedenen Systeme der permanenten Forti-fikation kennen. Ehe sie in die Feldartillerie übertreten,niüßten sie eine Ausarbeitung über irgend einen ihremWirkungskreise angemessenen Theil der Vertheidigung unddes Angriffs eines Festungswerkes ihrer Garnison, dieartilleristischen Vortheile und Nachtheile der Vertheidigungund des Angriffs einreichen. Nächsidem lernen sie in denFestungen das Materielle der Artillerie kennen.

Der Festungsartillcrie hat man namentlich entgegen-gestellt, daß dadurch invalide Offiziere und Soldaten imArtilleriekorps erhalten würden, welche bei Belagerungennicht mehr reelle Dienste thun könnten. Diesem Uebel-stande, dessen früheres Daseyn (1800) freilich nicht abge-läugnet werden kann, ist aber durch die vorgeschlageneFormation gänzlich abgeholfen. Warum nicht sogleich imFrieden errichten, was bei einem ausbrechcnden Kriegedoch geschehen muß? warum also nicht sogleich im Frie-den die Feld- von der Festungsartillerie absondern? Wa-ren in den Jahren im Preußischen die damals so-genannten provisorischen Artillcrickompagnien etwas andersals eigentliche Festungskompagnien, hatten diese nicht zumTheil Kompagniechcfs, welche zum eigentlichen Felddicnstnicht mehr tauglich waren?

Gehen wir nun zur Formation der Feldartillerie-Divisioncn über, so liegt dieser zuvörderst die Anzahl derGeschütze einer Batterie zum Grunde, aus welcher alleübrigen Erfordernisse hervorgehen. Die Grundsätze derTaktik erfordern, daß Breite und Liefe eines Trupps inrichtigem Verhältnisse stehen. Auf diesen Grundsatz hat