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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
Entstehung
Seite
8
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fens praktisch zu erläutern, und ihre Begriffe hierüberfest zu stellen.

Aus dieser Bildungsanstalt geht der Schüler, wenner sich durch seine Kenntnisse und Talente zum weitemAufrücken eignet, in eine höhere über. Diese hat diepreußische Artillerie in der vereinigten Artillerie- und In-genieurschule, deren Einrichtung der preußische Staat dem»»ermüdeten Chef der Artillerie, Prinzen August, zu ver-danken hat.

k. Fcstungsdcfensions-Artillerie.

Wie die Geschütze nach ihren Kalibern in Feld. undBelagerungsgeschütze zerfallen, so erfordert auch ein nachrichtigen Grundsätzen organisirtcs Artillerickorps eineFestungsdefcnsions«, nicht Garnison-Artillerie.Diese ist im Frieden für den Dienst der Festungen, derArtilleriedcpots bestimmt, im Kriege wird sie den Be-lagcrungstrains beigegebcn; in beiden Fallen bildet sieaber den Ersatz der Zeldarlillerie. Jeder Rekrut der Ar»tillerie kommt zuerst zur Festungsartillcrie. Jeder zumOffiziere Avancirte wird sogleich zu dieser Artillerie ver-setzt, und rückt nur in der Reihenfolge wieder in dieFeldartilleric. Alle jüngsten Kompagnicchefs müßten zuerstFestungskompagnien erhalten; keine Ausnahme dürfte Hie-bei statt finden, keine persönlichen Verhältnisse berücksichtigtwerden. Um sie aber bei einem langen Frieden und daherlangsamen Avancement nicht gänzlich dem Felddienste zuentfremden, werden alljährlich, aus dem Bereiche des Ar-meekorps, Kapitaine und Lieutenants zur Uebungszeit denFeldartillerie-Divisionen aggregirt, bei welchen sie dieUebung mitmachen und Batterien führen.

Die Rekruten der Artillerie erhalten bei diesen Fe-stungskompagnicn ihre erste Ausbildung und Unterweisung,dienen in diesen Kompagnien ein Jahr, und gehen dannzur Feldartillcrie über, in welcher sie nun in zwei Jahren