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nur da des Reihen, oder Rottenmarschcs bedienen, wodie Breite des Weges durchaus keine andere Marscharterlaubt. Dieses wird jedoch nur in hohen Gebirgen stattfinden, da in ebenen Ländern alle gewöhnlichen Landstraßen,selbst Feld- und Dorfwege, fast immer breit genug sind,um den Marsch in Sektionen zu erlauben.
Beim Marsche in Sektionen oder Zügen soll zwar,der Theorie nach, die Marschausdehnung der Frontbreikegleich seyn; allein dieses kann wohl nur auf dem Exer-zierplätze bei taktischen Bewegungen, aber nicht bei Reise-märschen erreicht werden, daher auch bei diesen Abmär-schen eine verlängerte Ausdehnung von ^ der Frontbreikezu rechnen ist. Auch hier bringt Ueberwindung von Ter-rainhindernisscn, jedoch nicht in so hohem Grade wie beimRcisemarschc, Stockungen hervor, welche indeß wenigernachteilig auf das Ganze einwirken, sobald man nurnicht ein pedantisches Distancehalken vor Augen hat, wel-ches einer guten Marschtaktik ganz entgegen tväre. DieseMarschtaktik erfordert und schreibt vor, daß, wenn dieD'te, sie bestehe aus Sektionen oder Zügen, auf ein zuüberwindendes Hinderniß stößt, welches eine gewisse Zeiterfordert, die nachfolgenden Abtheilungen sich nicht an dieDlstance binden, sondern fortwährend aufrücken. NachMaßgabe der Größe des Hmdernisses werden nun dieersten Abtheilungen am Hindernisse aufgehalten werden,allein auf die ganze Kolonne wird sich die Stockung nichtnach und nach verbreiten, und nur bei bedeutend großenHindernissen jene in eine Masse vereinigt werden, wodann immer diesseits und jenseits des Hindernisses einTheil Zeit zum Ausruhen erhält.
Anders verhält es sich mit der Artillerie. Sie hatstets bei Reistmärschcn zu Eins mit allen Schwierigkeitendes Rottenmarschcs der Infanterie zu kämpfen, ohne dieVortheile des Aufrückcns zu genießen, wenn man nichtaus den gebahnten Wegen ausbiegcn und in Abtheilungen