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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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213
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nur noch in Dorfgefechten ihre frühere Eigenthümlichkeitbehauptet. Der große König sagt in der Instruktion fürseine Generale, man solle Dorfgefechte vermeiden, undmit der Infanterie neben den Dörfern vorbeigehen. Die-sen Grundsatz schrieb die damalige Stellungsart, in lan-gen dünnen Linien mit den zwischen den Bataillonen ver-theilten Regimcntskanonen und auf den Flügeln der Briga-den fortwährend aufgestellten ,weren Batterien, vor. Beider jetzigen Stellungsart aber möchte es in den meistenFällen eine gewagte Unternehmung seyn, neben Dörfernvorbeizugehen, ohne sich derselben zu versichern. Und eswerden auf der andern Seite diese direkten Angriffe undVertheidigungen der Dörfer mit Infanterie sehr mörde-risch. Unter mehreren Beispielen der letzten Kriege wollenwir nur Aspcrn anführen, welches von den Franzosenden ganzen Tag vertheidigt und gehalten wurde, wenn esgleich den Gegnern in abwechselnden Momenten gelang indas Dorf zu dringen, wo dann erst Abends durch einenAngriff von acht Bataillonen unter dem General Vacquantdas Dorf erobert wurde. Welche Anstrengungen und wieviel Blut kosteten nicht die Angriffe auf Wachau undProbstheide in der Leipziger Völkerschlacht? die Vertheidi-gung des letztem Dorfes am 18. October rettete die fran-zösische Armee. Ligny und St. Amand zeigen eben somerkwürdig, was Infanterie bei Vertheidigung der Dör-fer zu leisten vermag, und wie theuer die Eroberung durchbloße Infanterie wird. Kostbares Blut wird erspart, wennauch hier die Artillerie nicht in einzelnen Batterien, son-dern in großen Massen gegen dergleichen Centralpunktegebraucht wird. Hundert vereinte Geschütze würden Probst-hcide schon am 18. October Nachmittags den Preußen indie Hände geliefert haben; so aber waren die Anstrengun-gen einzelner Brigadebattericn gegen die zahlreiche vortreff-lich aufgestellte französische Artillerie vergebens.

Da nun die Haubitzen hauptsächlich gegen die Dörfer