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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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in Anwendung zu bringen sind, so müssen die 12 Pfänderzu gleichem Zwecke mit ihnen vereinigt werden, letzterebesonders, um Mauern und Häuser niederzuschießen undso zu sagen Bresche zu legen, während ein anderer Theildieser schweren Kaliber die langen Linien und Straßender Flecken oder Dörfer zu bestrcichen sucht. Die leichteArtillerie dagegen wird mit aller möglichen Beweglichkeitdie feindliche Infanterie angreifen müssen, und ihr Feuerin diesem Falle lediglich auf sie richten, wodurch gewißdie günstigsten Resultate, mit Aufopferung nur weniger ma-teriellen Kräfte, werden erkauft werden.

Wer bei einem Angriffe auf den Feind im Kleinenwie im Großen nicht auf den möglichen Rückzug denkt,kann in mißliche Lage gerathen. Wenn es auch nicht ge-rathen wäre, die Rückzugslinien schon im Angriffsbefehleanzugeben, oder den Truppen bekannt zu machen, so dür-fen sie doch den höhern Unterbefehlshabern kein Ge-heimniß seyn. Wie beim Angriffe Zusammenhalten derStreitkräfte zu glücklichen Resultaten führt, eben so kannbei ungünstigen Gefechten das Zusammenhalten der Mas-sen nur härtern Unfällen und endlicher Flucht vorbeugen.Die excentrischen Rückzüge, von welchen man in neuerZeit eine Weile lang träumte, und welche zuerst der RitterFolard besprach, der in Bülow einen Jünger fand, wel-cher diese Art Rückzüge nach seiner Manier in ein Sy-stem zu bringen versuchte: diese möchten wohl nur aufdem Papiere Anwendung finden, und Bülow's erste Re-gel: Unordnung! zweite: Auseinander! lauft ausallen Kräften! dritte: dort ist der Sammelplatz!würde ihm, hätte er je Truppen kommandirt, wohl sehrübel bekommen seyn.

Nehmen wir nach dem gegebenen Beispiele (Pl. XVIII.

2.) an, der Angriff aus X. X. gelinge nicht, derBajonnetangriff werde zurückgewiesen: so geht die Artille-rie aus 11. H. schnell mit dem Taue in die Stellung -V